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Niedersachsen Neonazis wollen Museumsverein in Wolfsburg gründen
Nachrichten Niedersachsen Neonazis wollen Museumsverein in Wolfsburg gründen
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18:54 25.06.2009
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Wolfsburg. „Die Szene hat angekündigt, diese Gründungsveranstaltung durchzuführen“, sagte Maren Brandenburger vom Landesamt für Verfassungsschutz und bestätigte damit Medienberichte. Zunächst werde geprüft, ob es sich um eine ernsthafte Ankündigung handelt oder um eine gezielte Provokation.

Der Oberbürgermeister der Stadt Wolfsburg, Rolf Schnellecke (CDU), kündigte an, alle rechtsstaatlichen Mittel einsetzen zu wollen, um die Errichtung eines solchen Museums zu verhindern. „Wir wollen in Wolfsburg nicht Schauplatz von rechtsextremen Aktivitäten sein, und schon gar nicht unselige Zeiten der Vergangenheit verherrlicht sehen.“ Niedersächsisches Innenministerium, Polizei und Stadt stünden in ständiger Abstimmung.

Auf einem Flugblatt haben die Rechtsextremen der Verfassungsschutzbehörde zufolge zur Teilnahme an der zunächst geheimen Gründungsveranstaltung am 4. Juli eingeladen. Als Redner seien bekannte rechtsextremistische Größen wie Jürgen Rieger, Thomas Wulff und Dieter Riefling angekündigt. „Wir nehmen das zunächst einmal ernst.“ Der geplante Verein „KdF-Museum e.V.“ soll Medienberichten zufolge Träger eines entsprechenden Museums werden, in dem auch Wehrmachtsfahrzeuge ausgestellt werden sollen.

In dem Flugblatt heißt es, dass der Museumsverein die Möglichkeit bieten solle, „die Revolutionäre der Aufbauarbeit der deutschen Arbeitsfront des Dritten Reiches“ darzustellen. Von der Idee und Kraft zeuge noch heute das Volkswagen-Werk, heißt es weiter. Angeblich soll der Verein am 4. Juli in unmittelbarer Nähe zum VW-Werk in Wolfsburg gegründet werden. Auf dem Flugblatt sei ein Emblem zu finden ist, das eine Mischung aus VW-Zeichen und Hakenkreuz ist. „Das ist schon eine gezielte Provokation. Aber wir müssen es zunächst einmal ernst nehmen“, sagte Brandenburger. „Wir distanzieren uns ganz deutlich von diesen Plänen“, sagte ein VW-Unternehmenssprecher.

Die Organisation „Kraft durch Freude“ war eine nationalsozialistische Gemeinschaft zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges. „Die Organisation KdF bot den Zugang zu bisher bürgerlichen Privilegien an und diente letztlich der Vorstellung einer klassenlosen Gesellschaft im Sinne der NS-Volksgemeinschaft“, beschreibt das Deutsche Historische Museum in Berlin die Vereinigung.

Michael B. Berger 25.06.2009
Klaus Wallbaum 25.06.2009