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Niedersachsen Neonazis besetzen Hotel: Angst vor Ausschreitungen
Nachrichten Niedersachsen Neonazis besetzen Hotel: Angst vor Ausschreitungen
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10:21 25.07.2009
Das von Neonazis besetzte Hotel Gerhus in Faßberg im Kreis Celle. Quelle: Jochen Lübke/lni
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Zunächst seien aber keine antifaschistischen Demonstrationen geplant, sagte Faßbergs Bürgermeister Hans-Werner Schlitte (parteilos) in einem Gespräch mit der Deutschen Presseagentur dpa. Niemand wolle Rechtsradikale im Ort haben. Dennoch sei nicht auszuschließen, dass es bei Demonstrationen zu Krawallen zwischen Rechten und Linken kommen könnte.

Der rechtsextreme Anwalt Jürgen Rieger hatte damit gedroht, den Landgasthof ersteigern zu wollen. Nachdem er das Hotel nun gepachtet hat, verschafften sich Neonazis am vergangenen Wochenende gewaltsam Zutritt und halten sich seitdem dort auf.

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Bisher hätten sich die Neonazis nicht in Faßberg selbst, sondern nur im fünf Kilometer entfernten Landhaus Gerhus aufgehalten, betonte Schlitte. Auch zu Ausschreitungen sei es bislang nicht gekommen. „Dennoch haben die Bewohner, die in unmittelbarer Nähe des Landgasthofs wohnen, ein mulmiges Gefühl“, sagte der Bürgermeister. „Wir alle hoffen, dass der braune Spuk schnell vorbei ist.“

„Natürlich sind wir wachsam. Wir stehen in enger Verbindung zum Innenministerium, zum Landkreis und zur Polizei, die das Geschehen sehr genau beobachten. Aber wir können nur mit den rechtlichen Mitteln, die wir haben, versuchen, dagegen vorzugehen“, sagte der Bürgermeister. Die Gemeinde wolle das gerichtliche Verfahren zur Durchsetzung ihres Vorkaufsrechts wieder aufnehmen und so eine Zwangsversteigerung des Landhauses Gerhus verhindern.

„Wir werden unsere rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen. Alles Weitere liegt beim Zwangsverwalter und der Staatsanwaltschaft. Wir geben allerdings die Hoffnung nicht auf, dass bald eine Räumung erfolgt“, versicherte Schlitte.

„Wir wollen kein zweites Hetendorf“, betonte Schlitte. Das Heideheim in Hetendorf im Landkreis Celle galt in den 1990er Jahren als eine der wichtigsten Tagungs- und Schulungsstätten des deutschen Rechtsradikalismus. Das ehemalige Kinderheim diente der verbotenen Wiking-Jugend als Treffpunkt.

lni