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Niedersachsen Mutter meldet sich: Zwei tote Babys - ein Geständnis
Nachrichten Niedersachsen Mutter meldet sich: Zwei tote Babys - ein Geständnis
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15:21 09.05.2011
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BRAUNSCHWEIG. Eine 35 Jahre alte Frau aus Braunschweig hat gestanden, ihrem Baby vor sechs Jahren direkt nach der Geburt die Kehle durchgeschnitten zu haben. Ein zweites Kind, das sie vor kurzem zur Welt brachte, fand die Polizei tot in einem Müllcontainer in Braunschweig. Die Frau legte bei den Ermittlern ein umfassendes Geständnis ab. Sie sitzt nun wegen Totschlags in Untersuchungshaft. "Seit Donnerstag ist die Mutter konkret als Täterin in unserem Visier gewesen", sagte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur dpa am Montag.

Die Frau war von sich aus zur Polizei gegangen, nachdem sich das Netz der Ermittler um sie immer enger gezogen hatte. Bei den Beamten beichtete die 35-Jährige dann nicht nur, für den Tod des 2005 gestorbenen Babys verantwortlich zu sein. Sie berichtete auch, Anfang Mai ein weiteres Kind zur Welt gebracht zu haben. Nach der Geburt sei sie bewusstlos geworden. Als sie später aufwachte, habe der Säugling tot neben ihr gelegen. Das 2005 gestorbene Baby war mit durchgeschnittener Kehle gefunden worden. Damals hatten es spielenden Kinder an dem kleinen Waller-See im Kreis Gifhorn in einer Plastiktüte entdeckt. Die Polizei hatte am Fundort Zigarettenkippen gefunden und konnte DNA-Spuren sichern. Identische DNA-Spuren wurden dann im vergangenen Jahr in einem gestohlenen und später wieder gefundenen Auto entdeckt. Die Polizei begann daraufhin, im Umfeld des Autobesitzers zu ermitteln. Die Beamten forderten verschiedene Frauen zur Abgabe einer Speichelprobe zur Ermittlung ihrer DNA auf, darunter auch die Mutter der beiden Babys. Diese meldete sich aber zunächst nicht. Erst in der vergangenen Woche stellte sie sich bei der Polizei.

Was die Frau zu den Verzweiflungstaten trieb, ist im Detail noch unklar. Beide Babys sollen aus Beziehungen mit zwei verheirateten Männern stammen, die sich nicht trennen wollten und auch keine Kinder mit der Frau haben wollten, hieß es in Ermittlerkreisen. Die 35-Jährige habe beide Babys ohne Beistand allein zu Hause zur Welt gebracht. Ob sie weitere Kinder hat, ist noch unklar. Die Gifhorner Polizei hatte hartnäckig und mit großem Aufwand versucht, den Babymord von 2005 aufzuklären. Verschiedene Ansätze blieben aber erfolglos, darunter eine neuartige Isotopenanalyse, nach der die Mutter aus Russland stammen sollte. Die Beamten setzten zu Beginn vergangenen Jahres auch Mantrailer-Hunde ein, die mit ihren besonders sensiblen Nasen spezielle Geruchsspuren vom Tatort verfolgen können. dpa-Notizblock Berichtigung - Die Überschrift und der erste Absatz wurden neu gefasst. Die Polizei hat klargestellt, dass die Frau nur die aktive Tötung des ersten Babys gestanden hat. Im zweiten Fall ist das Kind nach Aussage der Mutter gestorben, während sie nach der Geburt bewusstlos war.