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Niedersachsen Mountainbiker sollen Tourismus ankurbeln
Nachrichten Niedersachsen Mountainbiker sollen Tourismus ankurbeln
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22:31 14.07.2009
Ein Mountainbiker kämpft sich in Schrittgeschwindigkeit zum Brockengipfel hoch Quelle: Harald John
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Der Harz sattelt auf. Um das Gebiet zwischen Seesen und Braunlage angesichts schneearmer Winter aus der Tourismusflaute herauszuholen, setzen Verkehrsvereine auf den Radsport und wollen den Harz als Paradies für Mountainbiker etablieren. Drei Bikeparks sind bisher eröffnet worden, der vierte und größte geht am Sonnabend an den Start. Als Teil eines 3,5 Millionen teuren Funsportparks auf dem Wurmberg bei Braunlage soll der Bikepark mit insgesamt sieben rasanten Abfahrten dafür sorgen, dass der höchste Berg Niedersachsens auch im Sommer zahlreiche Gäste anlockt.

Auch die Volksbank-Arena, das 1800 Kilometer lange Wegenetz für Mountainbiker, zieht laut Michael Beyer-Zamzow immer mehr Touristen in das Mittelgebirge. Der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft Harz-Agentur sieht in den Mountainbikern enormes Potenzial für den Tourismus. Obwohl er keine konkreten Zahlen liefern könne, seien die steigenden Besucherzahlen Indiz für die Attraktivität des Harzes bei Mountainbikern. „Es sind spürbar mehr Fahrer unterwegs.“

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Ob die Radfahrer auf den Wegen der Volksbank-Arena tatsächlich einen wirtschaftlichen Erfolg für die touristisch gebeutelte Region bringt, soll derzeit eine Studie der TU Clausthal ermitteln, die die Harz-Agentur in Auftrag gegeben hat. Für Beyer-Zamzow steht allerdings schon jetzt fest: Der Sport ist Imageträger für den Harz, das Streckennetz der Arena soll deshalb in Thüringen und Sachsen-Anhalt ausgebaut werden.

Friedhart Knolle, Sprecher des Nationalparks Harz, innerhalb dessen Grenzen auch Strecken der Volksbank-Arena verlaufen, befürwortet diese Entwicklung. „Der Nationalpark hat eine positive Haltung zum Mountainbiking, solange Wanderer und Skiläufer nicht unter den Radfahrern leiden.“ Da der Schnee von Jahr zu Jahr weniger werde, müsse sich der Tourismus umorientieren. „Mountainbiking gehört zu den Sportarten der Zukunft.“ Das gelte laut Knolle allerdings weniger für das eher junge und geschwindigkeitsaffine Klientel der Bikeparks. Größeres touristisches Potenzial habe für ihn vornehmlich der nachhaltige, weil naturschonende Sport auf den Fahrradwegen. Diese Fahrer, die statt auf Geschwindigkeit eher Wert auf das Naturerleben legen würden, hätten zudem die finanziellen Möglichkeiten, in der Region zu übernachten.

Auch Stefan Ott, Sprecher des Bundesarbeitskreises Freizeit, Sport, Tourismus des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND), sieht in Sachen Touristmus das Potenzial des Harzes im Naturerlebnis statt im Funsportbereich. Die Konkurrenz attraktiverer Mountainbikegebiete in Deutschland sei zu groß, als dass ambitionierte Sportler für einen längeren Zeitraum in den Harz gelockt werden könnten.

von Katharina Grimpe

14.07.2009
14.07.2009
14.07.2009