Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen Mord-Prozess: Freispruch für Angeklagten
Nachrichten Niedersachsen Mord-Prozess: Freispruch für Angeklagten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:19 25.03.2019
FREISPRUCH: Uwe K. (rechts) darf den Gerichtssaal als freier Mann verlassen. Foto: Quelle: Nagel
HILDESHEIM

Der Mord an Ines K. (40) wird wohl unaufgeklärt bleiben. Ihr Ehemann, Uwe K. (47), wurde am Freitag im Landgericht Hildesheim freigesprochen. Nach dreieinhalb Jahren Untersuchungshaft verließ er den Gerichtssaal als freier Mann. „Die Unschuld des Angeklagten ist nicht erwiesen worden, aber im Zweifel für den Angeklagten“, begründete Richter Peter Peschka das Urteil.

Während der Urteilsverkündung ging ein Seufzen durch den Gerichtssaal 149. Ob aus Verzweiflung oder Freude ist unklar. Der Vater des Opfers und auch die Tochter (11) des Angeklagten waren Nebenkläger.

Verurteilung im ersten Prozess

In ersten Prozess vor dem Landgericht Bückeburg war der Angeklagte noch zu elf Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Das Gerichts hielt den Ofenbauer für schuldig, am 27. Mai 2015 seine Frau in Lauenau (Kreis Schaumburg) erschlagen und erdrosselt zu haben. Die Kammer konnte aber schon damals die näheren Tatumstände nicht aufklären. Deshalb wurde der Angeklagte wegen Totschlags verurteilt. Entscheidend war damals die Aussage der Geliebten (43) des Ehemannes. Zur Überraschung aller sagte sie im Prozess plötzlich aus, dass sie gesehen habe, wie Uwe K. seine Frau getötet habe. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil auf.

Auch im Landgericht Hildesheim spielte die ehemalige Prostituierte eine „zentrale Rolle“. Sie sagte sechs volle Prozesstage aus. „Die Kammer glaubt ihr sehr wenig“, so der Richter. Die Widersprüche in ihren polizeilichen und gerichtlichen Aussagen seien dafür zu zahlreich. Aber: „Sie hatte Kenntnisse vom Tatort, woher auch immer“, erklärte Richter Peter Peschka. Deshalb hält das Gericht es nicht für ausgeschlossen, dass die Geliebte zusammen mit Uwe K. den Mord begangen habe. Es komme auch in Frage, dass die Frau ihre Nebenbuhlerin mit einem anderen Täter ermordet habe.

Während der zweistündigen Urteilsverkündung wirkt Uwe K. bedrückt. Nach dem Urteil umarmt er aber lächelnd eine Bekannte. Für den Freispruch war entscheidend, dass der Ofenbauer kein erkennbares Motiv hatte. Weder gab es einen plötzlichen Streit mit der Frau, noch hätte er von ihrem Tod profitiert. Im Gegenteil, er hätte eine wertvolle Arbeitskraft verloren. Seine Frau erledigte die wichtige Büroarbeit in dem Handwerksbetrieb. Vorwürfe der Ehefrau wegen der außerehelichen Beziehung sind ebenfalls nicht bekannt geworden.

Anwalt spricht vom „sensationellen Freispruch

Auch in den abgehörten Telefonaten beteuerten der Angeklagte ebenso wie die Geliebte stets ihre Unschuld. Das gilt auch für Gespräche, die sie mit „Geheimhandys“ führten. Durch Zufall war die Polizei an die Telefonnummer dieser Mobiltelefone gekommen.

Für die erlittene U-Haft erhalte der Angeklagte keine Entschädigung, verfügte das Gericht. Er habe mit seinem Verhalten die Strafverfolgung verursacht. So habe er als Zeuge gelogen und auch nach dem Tod seiner Frau heimlich Kontakt zu seiner Geliebten gehabt und sie manipuliert.

Für Verteidiger Matthias Doehring ist das ein „sensationeller, unerwarteter Freispruch“. Denn im Plädoyer sei der Staatsanwalt noch über das Urteil des Landgerichts Bückeburg hinausgegangen, weil er eine Verurteilung wegen Mordes gefordert habe. „Ich bin jetzt gespannt, wie die Staatsanwaltschaft mit der Geliebten meines Mandanten umgehen wird.“

Von Thomas Nagel

Am frühen Freitagmorgen geriet eine Holzhütte im Ferienhausgebiet an der Bundesstraße 4 bei Wesendorf im Kreis Gifhorn in Brand. Rettungskräfte entdeckten eine männliche Leiche in dem Haus.

22.03.2019

Spektakulärer Unfall im Landkreis Schaumburg: Ein Lkw-Fahrer ist volltrunken mit seinem Gespann in einen Wald gerauscht. Der Mann verbrachte die Nacht in einer Ausnüchterungszelle.

22.03.2019

Mit 180 unbesetzten Stellen leiden die Schulen in Niedersachsen an einem massiven Fachkräftemangel. Fortschritte sind nicht wirklich zu erkennen – zum Unmut der FDP.

21.03.2019