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Niedersachsen Ministerium: Studiengebühren machen Universitäten besser
Nachrichten Niedersachsen Ministerium: Studiengebühren machen Universitäten besser
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19:06 13.07.2010
Das Hauptgebäude der Leibniz Universität Hannover im ehemaligen Welfenschloss. Quelle: Nancy Heusel (Archiv)
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Die Studiengebühren in Niedersachsen haben aus Sicht der CDU/FDP-Landesregierung zu einer spürbaren Verbesserung der Bedingungen an den Hochschulen geführt. Das geht aus einem Bericht hervor, den am Dienstag das Wissenschaftsministerium vorlegte. Mit der Überprüfung sollte festgestellt werden, ob die Wettbewerbsfähigkeit der Hochschulen durch die Gebühren verbessert werden konnte.

Niedersachsen war das erste Bundesland, das alle Studenten zu Kasse bat. Studienanfänger mussten ab Herbst 2006 zahlen. Pro Halbjahr werden 500 Euro verlangt. Insgesamt standen den Hochschulen durch die Gebühren von 2006 bis 2009 rund 291,4 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung, hieß es aus dem Ministerium.

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Die Regierung zieht das Fazit, dass schon in einem relativ kurzen Zeitraum beispielsweise das Betreuungsverhältnis von Lehrenden zu Studierenden nachhaltig verbessert werden konnte. So wurden etwa im vergangenen Jahr rund 56 Prozent der Einnahmen für zusätzliches Personal ausgegeben. Ferner sei das Geld für Lehrmittel, eine bessere Geräteausstattung und längere Öffnungszeiten der Bibliotheken verwendet worden.

Dadurch habe die Qualität der Hochschulen gesteigert werden können, meint die Regierung. Sie macht das unter anderem an der Absolventenquote fest, die beispielsweise 2008 mit 79,7 Prozent den Bundesdurchschnitt um 7,2 Prozent übertraf.

Außer in Niedersachsen gibt es inzwischen in Bayern, Baden-Württemberg, Hamburg und Nordrhein-Westfalen Gebühren für alle Studenten, in NRW sollen sie allerdings im kommenden Jahr abgeschafft werden. Auch in Brandenburg gibt es keine Gebühren, dort war die neue Wissenschaftsministerium Johanna Wanka (CDU) jahrelang in gleicher Funktion für die Hochschulen zuständig.

Die Linke kritisierte, die Gebühren hätten zu einer Abwanderung von Studenten aus Niedersachsen geführt. Bereits jetzt sei das Land mit einem jährlichen Wanderungsverlust von rund 30.000 Studierenden unangefochten deutscher Meister beim Export von Intelligenz.

dpa