Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen Mehr häusliche Gewalt an Frauen in Niedersachsen angezeigt
Nachrichten Niedersachsen Mehr häusliche Gewalt an Frauen in Niedersachsen angezeigt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:49 25.11.2018
Immer mehr Fälle von häuslicher Gewalt werden in Niedersachsen aktenkundig. Quelle: epd-bild/Steffen Schellhorn
Anzeige
Hannover

Die Zahl der registrierten gewaltsamen Übergriffe von Männern auf ihre Frauen ist in Niedersachsen gestiegen. In den vergangenen fünf Jahren nahmen diese Fälle häuslicher Gewalt laut einer Statistik des Landeskriminalamtes um 13 Prozent zu. Wurden 2013 rund 10.280 Delikte registriert, waren es im vergangenen Jahr etwa 11.600, wie das Sozialministerium in Hannover anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen am Sonntag mitteilte.

Die Zahlen bedeuten nicht zwangsläufig, dass die häusliche Gewalt tatsächlich auch zugenommen hat. Möglich sei, dass die sogenannte Anzeigebereitschaft gestiegen sei, weil die Gewalt von Männern an ihren Frauen häufiger öffentlich thematisiert werde. Dafür spreche das Ergebnis einer Dunkelfeldstudie, die zeige, dass die Quote der angezeigten Körperverletzungen bei der Polizei gestiegen sei.

Anzeige

Sozialministerin: „Gewalt an Frauen nicht verschweigen“

Niedersachsens Sozialministerin Carola Reimann (SPD) rief dazu auf, Gewalt an Frauen zur Sprache zu bringen und nicht zu verschweigen. „Allein in Deutschland wird jede dritte Frau im Laufe ihres Lebens einmal Opfer von Gewalt. Wenn Kriminelle viel Geld mit Frauenhandel und Zwangsprostitution verdienen, wenn sexuelle Gewalt noch immer verbreitet ist, dann sind wir alle gefordert“, sagte Reimann.

In Niedersachsen gebe es ein engmaschiges Netz an Hilfen für Frauen und Mädchen, die von Gewalt betroffen seien. 2017 sei die Förderung um 2,75 Millionen Euro auf 8,65 Millionen Euro aufgestockt worden.

Bundesweites Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“

Beratung bietet das bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ unter der Nummer 08000/116016 an.

Das Hilfetelefon ist rund um die Uhr erreichbar, die Beratung ist vertraulich, kostenlos und wird in 18 Sprachen angeboten.

Mehr Infos: www.hilfetelefon.de

Von RND/dpa