Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen Lehrermangel: Politik verschließt Augen vor Realität
Nachrichten Niedersachsen Lehrermangel: Politik verschließt Augen vor Realität
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:54 11.09.2019
Hausgemachter Lehrermangel: NP-Redakteurin Mandy Sarti fordert eine ordentliche Bedarfsplanung, Entlastung der Lehrer und bessere Bezahlung als Ausweg. Quelle: dpa
Hannover

Die Zahlen belegen, was Experten schon lange prognostizieren: Deutschlands Lehrermangel ist schlimmer als angenommen. Denn in der Rechnung hat sich die Politik mal eben um 11.000 Grundschullehrkräfte vertan.

Und wieso? Weil Deutschlands Kultusminister jahrelang falsch geplant haben. Man könnte sogar meinen, sie haben sich der Wirklichkeit versperrt und die Bedarfsplanung in Zeiten des Fachkräftemangels immer so aufgestellt, dass sie wenigstens im Ansatz erfüllt werden konnte. Das eigentliche Problem haben sie so verschleiert.

Dass Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) die Studie nicht als Richtwert für das Land sieht, grenzt dabei schon an Verleugnung. Anders als versprochen, hat er es nämlich nicht geschafft, bis Oktober 2018 gemeinsam mit Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) eine valide Bedarfsplanung herauszugeben. Die hätte spätestens jetzt Aufschluss gegeben, wie die Situation in Niedersachsen tatsächlich aussieht. Stattdessen windet man sich in Ausreden, macht sich und vor allem den Wählerinnen und Wählern etwas vor.

Dabei liegt die Lösung für das Problem schon lange auf der Hand: Eine ordentliche Bedarfsplanung aufstellen, die Gehälter anheben und Lehrkräfte entlasten. Dann muss man auch nicht mehr die Augen vor der Realität verschließen.

Mehr dazu:

Lehrermangel in Grundschulen: „Lage wird sich verschärfen“

Von Mandy Sarti