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Niedersachsen 19-Jährige mit Betonplatte in Weser versenkt: Richter können Mord nicht nachweisen
Nachrichten Niedersachsen

Landgericht Verden: 19-Jährige in Weser versenkt - Haftstrafen für Angeklagte

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13:14 21.10.2021
Verden: Die Angeklagten im Mordprozess sitzen in der Stadthalle.
Verden: Die Angeklagten im Mordprozess sitzen in der Stadthalle. Quelle: Sina Schuldt/dpa
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Verden/Aller

Im Mordprozess um den Tod einer in der Weser versenkten 19-Jährigen hat das Landgericht Verden die drei Angeklagten am Donnerstag zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Ein Tötungsdelikt konnte die Kammer den zwei Männern und der Frau nicht nachweisen. Sicher ist demnach, dass die 19-Jährige auf dem Grundstück des 41-jährigen Angeklagten starb. Die genauen Umstände, wie die Frau ums Leben kam, konnte der Prozess nicht klären.

Sicher ist jedoch, dass der nackte Leichnam auf einer Betonplatte festgebunden im niedersächsischen Kreis Nienburg über ein Brückengeländer in den Fluss geworfen wurde. Die Anklage hatte den drei Deutschen Mord vorgeworfen.

Acht Jahre Haft für 41-Jährigen

Nach dem Urteil muss der 41-Jährige acht Jahre ins Gefängnis - wegen schwerer Zwangsprostitution, Vergewaltigung, versuchter Vergewaltigung, versuchter sexueller Nötigung und gefährlicher Körperverletzung durch Unterlassen.

Der 54-jährige Angeklagte wurde zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt, wegen Beihilfe zur Zwangsprostitution, Beihilfe zur Vergewaltigung, Beihilfe zur versuchten Vergewaltigung, Beihilfe zur versuchten sexuellen Nötigung und gefährlicher Körperverletzung durch Unterlassen.

Komplizierter Indizienprozess

Die 40-jährige Angeklagte muss dem Urteil zufolge zwei Jahre und neun Monate ins Gefängnis. Die Kammer sah Beihilfe zur Zwangsprostitution, Beihilfe zur Vergewaltigung, Beihilfe zur versuchten Vergewaltigung, Beihilfe zur versuchten sexuellen Nötigung, gefährliche Körperverletzung durch Unterlassen und unerlaubte Abgabe von Betäubungsmitteln als bewiesen an. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig. (Az. 1 Ks 113/20).

Einer der Angeklagten sitzt mit einer Fußfessel vor Prozessbeginn in der Stadthalle Verden Quelle: Sina Schuldt/dpa

Der Vorsitzende Richter führte aus, dass es sich um einen komplizierten Indizienprozess handelte, bei dem es nur einzelne Möglichkeiten zur Aufklärung gab. Die Kammer ist demnach überzeugt, dass alle drei Angeklagten wissen, wie die psychisch schwer kranke 19-Jährige starb.

Doch vor Gericht äußerten sich die zwei Männer und die Frau nicht zum Tod der 19-Jährigen. Dem Gericht zufolge ist am wahrscheinlichsten, dass sie erwürgt wurde. Möglich sei aber auch, dass sie erstickte oder durch eine Gabe von zu viel Salz ums Leben kam, so der Vorsitzende Richter.

Von RND/dpa