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Niedersachsen Land erprobt Elementarschule
Nachrichten Niedersachsen Land erprobt Elementarschule
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14:23 15.03.2012
Von Heiko Randermann
Das Land will in acht Regionen nach englischem Vorbild die Elementarschule testen.
Das Land will in acht Regionen nach englischem Vorbild die Elementarschule testen.
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Hannover

Die frühkindliche Bildung soll auf neue Füße gestellt werden: In acht Modellregionen will Niedersachsen die Elementarschule erproben - einen weitgehenden Zusammenschluss von Kindergarten und Grundschule. Details stehen allerdings noch nicht fest.

"Wir müssen die Bildung der Kinder vom Alter null bis zehn Jahre aus einem Guss denken", erklärte Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) bereits am Dienstagabend auf einer Bildungsveranstaltung der CDU in Langenhagen: keine Aufteilung in Krippe, Kindergarten und Grundschule mehr. Anstatt die Gymnasiallaufbahn nach hinten heraus wieder von zwölf auf 13 Schuljahre zu verlängern, sei es sinnvoller, die Bildung der Kinder nach vorne, in die vorschulische Zeit, zu verlängern und zu verbessern, so der Minister.

Wie das gehen könnte, hat Ministerpräsident David McAllister (CDU) bereits vor einem Jahr erfahren, als er eine solche Schule im Londoner Brennpunktviertel Southwark besuchte. Dort befinden sich Kindergarten (nursery) und Grundschule (primary school) in einem Gebäude, die Einschulung wird damit zum glatten Übergang anstatt zum Bruch im noch kurzen Lebenslauf der Kinder. Auch für die Lehrer und Erzieher bedeutet das ein anderes Arbeiten - die Abstimmung zwischen den Kollegien wird leichter. Schüler, die Nachhilfe brauchen, können schon im Kindergartenalter von Lehrern betreut werden.

McAllister lobte nach seinem Besuch die Vorteile in der Zusammenfassung von Kindergarten und Grundschule unter einem Dach: "Ich kann mir vorstellen, dass wir das an einigen Standorten erproben."

Diese Pläne werden nun konkreter. Acht Modellregionen sollen es sein, doch welche, das steht noch nicht fest. Auch wie weit die Zusammenarbeit zwischen den Einrichtungen gehen soll, geschweige denn, ob sie in einem Haus stattfinden muss, ist noch offen. "Die Details werden derzeit erarbeitet", sagte eine Sprecherin von Kultusminister Althusmann. Dabei ist auch ein Thema, inwiefern die Ausbildung der Erzieherinnen in Kindertagesstätten reformiert werden muss. Erst vor zwei Wochen hat der Ak-tionsrat Bildung, ein Expertengremium, mehr Erzieherinnen mit Hochschulabschluss in den Kitas gefordert. Ab 2017 sollen demnach nur noch Uni-Absolventinnen eingestellt werden, um die Betreuung zu professionalisieren.

Dieses Thema werde auch in Niedersachsen diskutiert, die Fachebenen von Kultusministerium und Wissenschaftsministerium seien über eine Reform der Erzieherinnenausbildung im Austausch, sagte ein Sprecher des Wissenschaftsministeriums.