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Niedersachsen Keine Spur nach Brand bei Grotelüschen
Nachrichten Niedersachsen Keine Spur nach Brand bei Grotelüschen
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20:03 23.08.2010
Von Karl Doeleke
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Die Polizei gehe von versuchter Brandstiftung aus. In der Nacht zum Sonnabend hat auf dem Betriebsgelände eine Papiermülltonne gebrannt. Der Betrieb gehört dem Ehemann von Niedersachsens Agrarministerin Astrid Grotelüschen (CDU). Ein Wachmann hatte sich bei dem Feuer leicht verletzt. Die Polizei prüft, ob der Brand im Zusammenhang mit der heftigen Kritik von Tierschützern an dem Unternehmen steht.

Auch im Kreis Harburg, wo die Polizei nach Tätern sucht, die Ende die Ende Juli in Sprötze eine noch leer stehende Hähnchenmastanlage angesteckt haben, tippen die Ermittler im Dunkeln – trotz einer Belohnung von 25.000 Euro für Hinweise. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, erklärte ein Sprecher. Ob die Beamten speziell radikale Tierschützer im Blick haben, wollte der Sprecher nicht sagen. Im Internet kursiert ein Bekennerschreiben der „Animal Liberation Front“ (ALF), die sich selbst des Anschlags bezichtigt. Das Bundeskriminalamt hält die Selbstbezichtigung für echt.

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Der Niedersächsische Verfassungsschutz beobachtet laut seinem Präsidenten schon seit einiger Zeit „eine Steigerung der Aggression und der Gewaltbereitschaft von radikalen Tierschützern“. Diese Gruppe sei zwar „relativ klein“, sagte Hans-Werner Wargel dieser Zeitung. Die Brandstiftung in Sprötze und das Bekennerschreiben zeigten aber eine „nachhaltige kriminelle und extremistische Energie“, sagte Wargel. „Die Gewaltbereitschaft hat zugenommen.“ Die Aktivisten der ALF drohen in dem Bekennerschreiben, die Anlage in Sprötze erneut anzuzünden, sollte sie wieder aufgebaut werden. Der Verfassungsschutz beobachtet radikale Tierschützer, soweit sie Überschneidungen zur linksextremistischen Szene haben. Es gebe einige Überschneidungen zwischen autonomen, linksextremistischen Gewalttätern und anderen Tierschützern, sagte Wargel. Der Anschlag in Sprötze stehe in einer Linie mit Brandanschlägen auf Luxusautos oder auf die Kreisverwaltung in Göttingen. Der Dienst habe auch unter den Besetzern des Boehringer-Geländes in Hannover Mitglieder der radikalen Szene aus Berlin beobachtet.

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