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Niedersachsen "Kein Kavaliersdelikt": Schrauben im Maisfeld
Nachrichten Niedersachsen "Kein Kavaliersdelikt": Schrauben im Maisfeld
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10:02 24.09.2016
Vechta

Auf den Maisfeldern Niedersachsens sind riesige Feldhäcksler unterwegs, um die Ernte einzubringen. Im Landkreis Vechta mussten Lohnunternehmer, die für die Landwirte mit teurem Gerät die Ernte einfahren, in den vergangenen Tagen böse Überraschungen erleben. Denn laut Polizei banden Unbekannte 20 Zentimeter lange Schrauben an die Pflanzen, die dann die Maschinen beschädigten. "Das ist kein Kavaliersdelikt. Das ist lebensgefährlich", sagte ein Sprecher der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta.

Im vorliegenden Fall entstand bei mehreren Sachbeschädigungen auf Maisfeldern in Lohne-Märschendorf und Holdorf ein Sachschaden von 13 000 Euro. Die Schrauben werden beim Häckselvorgang durch den Auslaufkrümmer der Maschine ausgestoßen und wie "Geschosse herausgeschleudert", so die Polizei. Verletzt wurde dabei niemand. "Es gab aber schon einmal den Fall, dass ein solches Geschoss den Kabinenboden der Feldhäckslermaschine durchschlug und knapp am Kopf des Fahrers einschlug", sagte der Geschäftsführer des Bundesverbandes Lohnunternehmen (BLU), Martin Wesenberg, am Samstag.

Auch der Bauernverband verurteilte solche Taten. "Das ist kein Dummer-Jungen-Streich", sagte Verbandssprecherin Gabi von der Brelie. "Das ist Sabotage." Solche Vorfälle gebe es aber leider jedes Jahr in einigen Regionen des Bundeslandes, auf dem auf rund 600 000 Hektar Mais angebaut wird. Das entspricht gut einem Fünftel der landwirtschaftlichen Fläche.

Ein Motiv können weder Wesenberg noch von Brelie hinter solchen Straftaten erkennen. Die Polizei schloss zunächst nicht aus, dass möglicherweise Gegner von Biogas-Anlagen hinter den Taten stecken könnten. "Wir wissen es aber noch nicht", sagte der Polizeisprecher. Auf rund der Hälfte der Anbaufläche in Niedersachsen wird Silomais für Milchkühe und die Bullenmast angepflanzt. Etwa die zweite Hälfte wird für Biogas-Anlagen genutzt und nur ein Bruchteil für Zuckermais.

dpa

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