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Niedersachsen Kein Gratis-Schulobst für Niedersachsen
Nachrichten Niedersachsen Kein Gratis-Schulobst für Niedersachsen
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14:34 21.10.2009
ZANKAPFEL: Das Schulobstprogramm der EU wird von Niedersachsen abgelehnt.
ZANKAPFEL: Das Schulobstprogramm der EU wird von Niedersachsen abgelehnt. Quelle: ddp
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Es klingt nach einer einfachen Idee: Jedes Kind in Niedersachsen soll jeden Tag einen Apfel umsonst bekommen. Doch nach monatelangem Hin und Her kippte das Land gestern das EU-Programm und verzichtet damit sogar auf 1,5 Millionen Euro aus Brüssel.
Begründung: Der bürokratische Aufwand im Land und auch in den Schulen sei einfach zu hoch. Seit Juni habe die EU-Kommission immer neue Bestimmungen zum Programm nachgereicht. „Es wurde immer mehr gefordert, was kontrolliert, dokumentiert und berichtet werden sollte“, sagte eine Sprecherin des Landwirtschaftsministeriums. So hätte zum Beispiel jede Schule nachweisen müssen, dass jeder Schüler ein Stück Obst, aber auch nur ein Stück Obst täglich bekommt. „Da wäre neben dem Apfelberg ein Riesen-Papierberg entstanden.“ Deshalb das unpopuläre Aus. „Als Praktiker stehe ich voll hinter dieser Entscheidung“, so Ehlen.
Die Opposition sieht das anders: „Ich halte das für einen vorgeschobenen Grund“, sagt Christian Meyer (Grüne), „das Land drückt sich um die Finanzierung.“ Die EU hätte die Hälfte des drei Millionen Euro teuren Programms getragen, doch Niedersachsen habe sich geweigert, die andere Hälfte zu übernehmen. Marianne König (Linke) nannte die Entscheidung „unfassbar“, ein Millionen-Geschenk der EU für eine gesunde Ernährung der Kinder auszuschlagen, weil es angeblich zu bürokratisch sei. Rolf Meyer (SPD) sagte, das Aus für das Schulobst-Programm sei „beschämend.“
Ehlen erklärte, es gebe mit dem Schulapfelprojekt im Alten Land (www.schulapfel.de) einen privaten Anbieter, der für 20 Euro pro Halbjahr und Schüler täglich einen Apfel liefere. Das funktioniere in direktem Kontakt mit der Schule, ohne dass der Staat sich dazwischenschalten müsste.

Heiko Randermann