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Niedersachsen Kein Abi an der Oberschule mehr möglich
Nachrichten Niedersachsen Kein Abi an der Oberschule mehr möglich
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18:36 25.02.2011
Ein Abitur gibt es auch künftig nur an Gymnasien.
Ein Abitur gibt es auch künftig nur an Gymnasien. Quelle: dpa
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Hannover. CDU und FDP im Landtag wollen die Möglichkeit für die Einrichtung der Oberstufe mit den Jahrgängen 11 und 12 an den Oberschulen nun wieder streichen. Das berichteten die Fraktionen am Freitag nach der Sitzung des Landtags-Kultusausschusses in Hannover.

Davon profitieren die Gymnasien, die sich in ihrer Existenz durch das neue Modell angegriffen sahen. Vor allem vom Philologenverband, in dem viele Gymnasiallehrer organisiert sind, war viel Kritik an der Oberschule gekommen.

Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) betonte deswegen nach der Sitzung: "Damit haben wir erneut ein deutliches Zeichen gesetzt, dass die Gymnasien nicht angetastet werden. Die Gymnasien haben in Niedersachsen Bestandsschutz." Dennoch bleibe die Oberschule für Eltern und Schüler attraktiv, weil ein gymnasialer Zweig in den Klassen 5-10 möglich sei.

Ferner beschlossen CDU und FDP, dass bei der Zulassung integrierter Gesamtschulen die Zahl der notwendigen Schüler gesenkt werden soll. Die Fünfzügigkeit bleibt aber eine feste Voraussetzung - dies ist der zentrale Streitpunkt der Opposition, die zu hohe Hürden kritisiert. Künftig sollen 120 Schüler für die Errichtung einer Gesamtschule ausreichen, bislang war die Grenze bei 130 Schülern.

Die Grünen im niedersächsischen Landtag kritisierten, die Regierungsfraktionen knickten vor der Gymnasiallobby ein. Die SPD sieht nach langen Querelen keine Chance mehr auf einen Schulkonsens mit der Opposition. Auch aus Sicht der Linken wird deutlich, dass das Regierungslager die Gesamtschulen letztlich abschaffen wolle.

Der Vorsitzen der Gewerkschaft Erziehung und Wisenschaft (GEW), Eberhard Brandt, kritisierte, Oberschulen würden nun ohne Mindestschülerzahl genehmigt, Gesamtschulen hätten dagegen weiter extrem hohe Hürden für eine Neugenehmigung. "Nichts ist von dem übrig geblieben, was Kultusminister Althusmann und Ministerpräsident McAllister bei ihrem Amtsantritt verkündet haben", sagte Brandt.

Der starke Schülerrückgang in Niedersachsen macht eine Reform der Schulstrukturen notwendig - deswegen wurde im Herbst das neue Modell der Oberschule entwickelt. Es soll vor allem organisatorisch zusammengefasste Haupt- und Realschulen ersetzen.

In vielen niedersächsischen Regionen klaffen bei den Schulen Angebot und Nachfrage immer noch auseinander, denn die meisten Eltern wünschen sich eine Option auf das Abitur für ihre Kinder. Haben sie die Wahl zwischen einer Haupt- oder Realschule und einer integrierten Gesamtschule, so ziehen sie letztere vielfach vor, weil sie bis zum Abi führt. Die Gesamtschulen aber können oft nicht alle Schüler aufnehmen, die sich anmelden.

dpa