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Niedersachsen Jürgen Trittin erleidet Schwächeanfall bei Diskussion
Nachrichten Niedersachsen Jürgen Trittin erleidet Schwächeanfall bei Diskussion
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11:00 22.10.2010
Der Grünen-Fraktionsvorsitzende Jürgen Trittin erlitt am Donnerstagabend in Northeim einen Schwächeanfall.
Der Grünen-Fraktionsvorsitzende Jürgen Trittin erlitt am Donnerstagabend einen Schwächeanfall. Quelle: Hubert Jelinek
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Eigentlich war die Stimmung gut. Mehr als 480 Zuschauer waren gestern Abend in die Northeimer Stadthalle gekommen, um sich über Protestmöglichkeiten gegen die schwarz-gelbe Bundesregierung zu verständigen. Für das Podium – eingeladen hatte die IG Metall Süd-Niedersachsen-Harz – war die erste Garde der Oppositionspolitik in die südniedersächsische Stadt gereist.

Linken-Chef Klaus Ernst, Hans-Jürgen Urban, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, der SPD-Bundesvorsitzende Sigmar Gabriel, der etwas später kam, weil er im Stau stand, und eben Jürgen Trittin. Der sperrige Titel: „Aktionsherbst Kurswechsel für ein gutes Leben und gerechte Politik“. Doch der Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion fühlte sich von Anfang an nicht gut. Die Spitzenpolitiker hatten gerade die Eingangsrunde beendet, es war ungefähr 18.15 Uhr, da bekam Trittin einen Schwächeanfall. Ihm sei plötzlich schlecht geworden, außerdem habe er Schüttelfrost bekommen, berichtete ein Parteifreund.

Trittin soll bereits in den Tagen zuvor mit einem grippalen Infekt gekämpft haben. Auf die Zuschauer wirkte der Vorfall zunächst nicht dramatrisch. Der 56-jährige Trittin stand mit schmerzverzerrtem Gesicht auf, lief dann aber ohne Begleitung von der Bühne. Die Sanitäter vor Ort kümmerten sich um Trittin und verständigten einen Notarzt.

Da der Grünen-Politiker offenbar nicht transportfähig war, behandelten ihn die Ärzte „ungefähr eine Stunde“ vor Ort – abgeschirmt von den Augen der Öffentlichkeit – in der Stadthalle. Sie kontrollierten Trittins Zustand besonders gründlich, auch weil er erst Ende Januar dieses Jahres einen Herzinfakt erlitten hatte und damals von einer „erblichen Veranlagung“ sprach.

Während der Untersuchung in der Halle setzte die IG Metall die Podiumsdiskussion noch etwa anderthalb Stunden fort. Als Trittin schließlich doch mit dem Rettungswagen ins Göttinger Uni-Klinikum gebracht wurde, sprachen Gabriel und Ernst immer noch über das Sparpaket und die Rente mit 67.

Trittins Sprecherin sagte am späten Abend, es gehe ihm schon wieder besser. Allerdings berichtete sein Göttinger Wahlkreisbüro ebenfalls am Abend, das er immer noch in der Klinik sei und außerdem noch nicht entschieden sei, ob er dort auch die Nacht verbringen müsse. Einen erneuten Herzinfakt hielt der Büroleiter Sascha Völkening gestern Abend für äußerst unwahrscheinlich. „Es geht ihm wirklich schon wieder ganz gut.“ Heute will sich Trittin zu dem Vorfall und zu seinem Gesundheitszustand äußern.

Trittin erholt sich von Schwächeanfall

Jürgen Trittin ist am Freitag weiter in ärztlicher Behandlung. Der 56 Jahre alte Politiker werde in der Göttinger Universitätsklinik medizinisch betreut, sagte eine Sprecherin des Krankenhauses am Freitagvormittag. Über die Art der Behandlung und den Gesundheitszustand Trittins machte sie keine Angaben. Ein Sprecher seines Göttinger Wahlkreisbüros sagte, Trittin gehe es wieder „relativ gut“. Im Laufe des Freitags wollte Trittin die Klinik wieder verlassen. Er werde sich voraussichtlich auch auf den Weg nach Berlin machen, hieß es am Vormittag. Ob er alle geplanten Termine wahrnehmen kann, war zunächst unklar.

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

Dirk Schmaler/
Margit Kautenburger/dapd/dpa

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