Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen Ist weicher Stahl schuld an Hafenschäden?
Nachrichten Niedersachsen Ist weicher Stahl schuld an Hafenschäden?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:48 25.05.2012
Von Klaus Wallbaum
225 Risse an den Spundwänden müssen repariert werden, es wird mit Zusatzkosten von 50 Millionen Euro erwartet.
225 Risse an den Spundwänden müssen repariert werden, es wird mit Zusatzkosten von 50 Millionen Euro erwartet. Quelle: Carmen Jaspersen
Anzeige
Hannover

Bei der Suche nach den Gründen für die mittlerweile 225 Löcher in der Spundwand des Jade-Weser-Ports gehen die Behörden neuen Hinweisen nach. Eine jetzt bekannt gewordene E-Mail von Ende 2008 legt den Verdacht nah, dass der von einer luxemburgischen Firma gelieferte Stahl womöglich nicht angemessen bearbeitet wurde. Die Baufirma Bunte hatte beim Einrammen der Stahlträger auf ein Führungsgerät, den „Mäkler“, verzichtet - deshalb musste offenbar mehr Druck auf die Wände ausgeübt werden. Die Bremer Hafengesellschaft Bremenports, die Buntes Techniken mit großer Skepsis begleitete, schrieb Ende 2008 in einer E-Mail an den bremisch-niedersächsischen Bauherrn des Hafens, es könne mit dem Stahl „Probleme geben“. Dies berichtete Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) am Freitag im Wirtschaftsausschuss des Landtags.

Olaf Lies (SPD) meint, die Stahlprofile seien für die Art, wie Bunte sie verarbeitet hat, offenbar nicht geeignet gewesen. Trotzdem habe der Bauherr nicht auf einem vorsichtigeren Rammverfahren bestanden - weil der Einsatz des „Mäklers“ 40 Millionen Euro zusätzlich gekostet und den Bau um Monate verzögert hätte.

Margit Kautenburger 25.05.2012
Klaus Wallbaum 24.05.2012
Manuel Becker 23.05.2012