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Niedersachsen In Niedersachsen werden die meisten Drogen angebaut
Nachrichten Niedersachsen In Niedersachsen werden die meisten Drogen angebaut
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10:43 02.01.2012
Eine Beamtin untersucht im März 2011 eine Hanfplantage, die zuvor in einer hannoverschen Wohnung entdeckt worden war. 
Eine Beamtin untersucht im März 2011 eine Hanfplantage, die zuvor in einer hannoverschen Wohnung entdeckt worden war.  Quelle: dpa
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Hannover

Das sagte ein Sprecher desv niedersächsischen Landeskriminalamtes (LKA) der Nachrichtenagentur dpa. Ein Grund für diese Entwicklung könnte aus Sicht der Ermittler das härtere Vorgehen der niederländischen Behörden gegen Handel und Anbau von Cannabis sein.

Nach dem Suchtbericht der Bundesregierung war Niedersachsen auch 2010 schon das Bundesland mit den meisten Cannabis-Plantagen. Bei den 2011 entdeckten illegalen Hanf-Anpflanzungen handelte es sich nach LKA-Angaben in 25 Fällen um sogenannte Großplantagen. In den anderen acht Fällen, wo sogar mehr als 1000 Pflanzen gefunden worden, sprechen die Ermittler von Profi-Plantagen.

Wie viele kleinere Anpflanzungen die Polizei darüber hinaus entdeckte, geht aus der Statistik des LKA nicht hervor. Die Ermittler vermuten aber, das Amateure auf Balkonen, in Gärten, kleinen Gewächshäusern und speziell präparierten Zimmern insgesamt noch mehr Drogen anbauen als die Profis. Die professionellen Drogen-Anbauer sind sowohl im Freien als auch in geschlossenen Räumen tätig.

So entdeckten Fahnder im März in einem Wohnhaus in Barsinghausen eine sogenannte Indoor-Plantage mit rund 900 Hanfpflanzen. Auch in einem früheren Bordell in Delmenhorst stießen die Beamten auf eine professionelle Plantage. Ein 55-jähriger Mann aus dem Kreis Nienburg hatte in ländlicher Abgeschiedenheit gleich mehrere Pflanzungen auf schwer zugänglichen Waldlichtungen angelegt. Und im Kreis Göttingen betrieben ein Vater und sein 15 Jahre alter Sohn die Drogengeschäfte gemeinsam. Während der Vater die Cannabis-Pflanzung im heimischen Keller mit automatischer Bewässerungsanlage, Abluftfiltern und Starkstromanschluss managte, war der Filius für den Vertrieb zuständig. Er verkaufte die Drogen vor allem an Mitschüler.

Einer der Gründe für den zunehmenden Anbau von Hanf in Niedersachsen ist aus Sicht der Polizei unter anderem das härtere Vorgehen der niederländischen Polizei. Seit die Fahnder im Nachbarland entschlossener gegen den Handel mit Cannabis vorgehen und der Drogenschmuggel über die Grenze schwieriger geworden ist, haben die Hintermänner der Szene ihre Strategie geändert, vermutet die Polizei. Die Produktion sei seitdem verstärkt nach Niedersachsen verlegt worden. (dpa)