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Niedersachsen Im Atommülllager Asse sollen Probearbeiten beginnen
Nachrichten Niedersachsen Im Atommülllager Asse sollen Probearbeiten beginnen
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10:47 15.04.2011
Nach der Messung von neuen stark überhöhten Cäsium-137-Werten im Atommülllager Asse bei Wolfenbüttel haben Anlieger gefordert, die Atomfässer deutlich schneller als bislang geplant aus der maroden Schachtanlage wieder herauszuholen.
Nach der Messung von neuen stark überhöhten Cäsium-137-Werten im Atommülllager Asse bei Wolfenbüttel haben Anlieger gefordert, die Atomfässer deutlich schneller als bislang geplant aus der maroden Schachtanlage wieder herauszuholen. Quelle: dpa
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Im maroden Atommülllager Asse sollen nach monatelanger Prüfung nun bald die Probearbeiten für eine Bergung des radioaktiven Abfalls möglich sein. Das Umweltministerium in Hannover berichtete am Freitag, die Genehmigung für die Probebohrungen in der einsturzgefährdeten Grube würden voraussichtlich in der kommenden Woche erteilt. Die jetzt gemessenen, erhöhten Cäsium-Werte in der Asse hätten keine Auswirkungen darauf.

Das Bundesamt für Strahlenschutz in Salzgitter hatte ursprünglich schon früher mit der Erlaubnis für die Arbeiten gerechnet. Probebohrungen sollen Einblick in zwei Kammern unter Tage geben, in denen Atommüll liegt. Ziel ist es, die 126.000 Fässer mit schwach und mittel radioaktiven Abfall aus dem Salzbergwerk wieder herauszuholen.

Bürgern fordern schnellere Atommüll-Rückholung als geplant

Nach der Messung von neuen stark überhöhten Cäsium-137-Werten im Atommülllager Asse bei Wolfenbüttel haben Anlieger gefordert, die Atomfässer deutlich schneller als bislang geplant aus der maroden Schachtanlage wieder herauszuholen. „Das zeigt einmal mehr, wie löchrig und instabil die Asse ist. Jeder Tag, den wir weiter warten, ist ein verschenkter Tag“, sagte Ingenieur Udo Dettmann, der fünf Kilometer entfernt wohnt.

Dettmann ist Mitglied der Asse-2-Begleitgruppe, das Gremium aus Bürgern und Behördenvertretern begleitet die Sanierung des maroden Lagers. Der Ingenieur betonte, entscheidend sei nun, wie groß die Menge Wasser sei, in dem die Cäsium-137-Werte derart überhöht seien. „Handelt es sich hier um einen einstellingen Literbetrag, um einen dreistelliger Kubikmeterbetrag, das ist die entscheidende Frage.“ Das Risiko werde größer, desto mehr Wasser so hoch belastet sei.

dpa