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Niedersachsen Sorge vor Besucheransturm - Erster Landkreis erlässt Rodelverbot
Nachrichten Niedersachsen

Holzminden erlässt Rodelverbot, um Tagestouristen abzuschrecken

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14:43 08.01.2021
Um Tagestouristen, wie hier im Harz, davon abzuhalten, in großer Zahl zum Winterspor zu kommen, hat der Landkreis Holzminden jetzt viele Rodelwiesen gesperrt. Quelle: Matthias Bein/dpa-Zentralbild/dp
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Holzminden

Von dem Verbot betroffen seien Bereiche des Höhenzuges Hochsolling, des Hils, des Iths sowie ein Stück des Köterberges. Das Verbot gelte zunächst bis zum 13. Januar.

Die aktuell guten Wintersportbedingungen in den Gebieten habe „Tagestouristen in übergroßer Zahl“ angelockt, hieß es. „Die Vielzahl von Einwohner*innen und Tagestouristen kommt auf Parkplätzen sowie Ski-und Rodelhängen zusammen, ohne dass der erforderliche Mindestabstand eingehalten werden kann.“ Da sich die Infektionslage im Landkreis nicht auf einzelne Hotspots zurückführen lasse, sehe sich der Kreis zu Schließungen von Wintersportplätzen veranlasst, hieß es.

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Sperrung im Harz nicht umsetzbar

„Hier waren gestern 300 bis 400 Personen auf einer Rodelwiese, es war einfach zu voll“, sagte Jörg Henke, Leiter des Ordnungsamtes in Eschershausen (Stadtoldendorf), der am Freitag Kontrollen am Höhenzug Ith leitete. Im Harz war es nach Angaben eines Polizeisprechers unter der Woche deutlich ruhiger als am vergangenen Wochenende.

Eine Sperrung sei im weitläufigen Harz weder machbar noch verhältnismäßig, sagte der Landrat des Kreises Goslar, Thomas Brych (SPD) bereits am Donnerstag. In den vergangenen Wochen hatten sich in dem Mittelgebirge kilometerlange Staus gebildet, nachdem viele Ausflügler sich entgegen aller Mahnungen auf den Weg gemacht hatten.

Goslar kontrolliert schärfer

Der Kreis hatte daraufhin beschlossen, unter anderem deutlich mehr Polizei und Ordnungskräfte in die Ausflugsgebiete zu schicken und den Verleih von Wintersportgeräten wie Skiern und Schlitten an Wochenenden und Feiertagen verboten. Falschparker sollen abgeschleppt und Straßen gegebenenfalls gesperrt werden. „Sollte die Besuchersituation am Wochenende aus dem Ruder laufen, werden wir sofort reagieren und die nötigen Maßnahmen umsetzen“, sagte Brych.

Weißes Winterwetter zog zuletzt auch viele Ausflügler in den Deister. Die Parkplätze rund um den Höhenzug bei Hannover waren oft schon am Morgen voll. Ordnungsamt und Polizei ließen Falschparker auf Waldwegen und am Straßenrand abschleppen. Verboten sind Spaziergänge im Schnee nicht, allerdings müssen die Corona-Regeln eingehalten werden. Ein Rodelverbot wie in Holzminden sei für die Region Hannover im Moment nicht in Planung, sagte Sprecherin Christina Kreutz. „Wir beobachten die Situation aber weiter.“

Von RND/dpa