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Niedersachsen Rücktritte, Kündigung: Personaldebakel bei der Pflegekammer
Nachrichten Niedersachsen Rücktritte, Kündigung: Personaldebakel bei der Pflegekammer
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19:42 17.01.2020
Steht in der Kritik: Pflegekammer-Präsidentin Sandra Mehmecke wird vorgeworfen, die Institution schlecht zu leiten.
Hannover

Blickt man auf die Zeit seit der Konstituierung der Pflegekammer zurück, stößt man vor allem auf eines: viel Kritik. Im Vorstand wurden nun erste Konsequenzen gezogen. Drei von sieben ehrenamtlichen Mitgliedern der Kammer sind zurückgetreten. Melina Kegel, Rebecca Toenne und Nora Wehrstedt gaben am Donnerstag ihren Rücktritt bekannt. Alle drei führten persönliche Gründe für ihre Entscheidung an. Infolge des Ausscheidens der Vorstandsmitglieder kündigte der Leiter der Geschäftsstelle in Hannover, Manuel Ahting, am Freitag ebenfalls.

Die Pressestelle der Pflegekammer wollte sich zu den Gründen von Ahtings Kündigung nicht weiter äußern. Es bestünden „schutzwürdige Interessen“, hieß es. Präsidentin Sandra Mehmecke bedankte sich noch am Donnerstagabend für die Mitarbeit der Vorstandsmitglieder und betonte: „Es sind bewegte Zeiten für die Pflegenden.“ Glaubt man Stimmen aus politischen Kreisen und Mitarbeitern der Pflegekammer, liegen sowohl die Entscheidung der Vorstandsmitglieder als auch die Entscheidung des Geschäftsstellenleiters an der Führung von Mehmecke.

Mitarbeiterin macht Präsidentin schwere Vorwürfe

Ulrike Bauer, die aus Angst vor persönlichen Konsequenzen nicht mit ihrem richtigen Namen genannt werde möchte, macht gegenüber der NP deutlich: „Der Führungsstil von Frau Mehmecke entspricht einer Diktatur. Sie trifft alle Entscheidungen alleine, wer Einwände erhebt, wird mit Ignoranz abgestraft und muss Konsequenzen fürchten.“ Die Gründung der Pflegekammer sei ein Geschenk der Politik an die Pflegenden gewesen, so Bauer weiter, allerdings stehe an der Spitze der Kammer eine Präsidentin, die dieses Geschenk zerstöre. Immer mehr Mitarbeiter kündigten, weil sie mit der Personalführung nicht mehr übereinstimmten. Entscheidungen, die die Belegschaft betreffen, würden ohne den Personalrat getroffen. Für Fehltritte der Präsidentin werde die Schuld bei anderen gesucht. „Für mich steht ganz klar fest, dass die Entscheidung der Vorstandsmitglieder eng mit dem Führungsstil von Frau Mehmecke zusammenhängt. Das ist bedauernswert. Vor allem für die Kammer und die Pflegenden“, sagt Bauer. Sie selbst stehe voll und ganz hinter der Kammer – für ihren Erfolg brauche es aber eine andere Präsidentin.

Aus vorstandsnahen Kreisen werden die Anschuldigungen bestätigt, öffentlich möchte sich allerdings niemand zu dem Führungsstil der Präsidentin äußern.

Lesen Sie mehr: Pflegekammer-Chefin Mehmecke sagt Diskussionsabend ab

Mehmecke sagte auf NP-Nachfrage: „Es ist normal, dass junge Organisationen eine Entwicklungskurve durchlaufen.“ Auf die Kritik an ihrer Person ging sie auf weitere Nachfrage nicht ein, betonte mit Blick auf die anhaltende Kritik an der Pflegekammer allerdings, dass das gesamte Team unter „heftigem Beschuss“ stehe.

FDP: „Nicht tragbarer Führungsstil“

Sylvia Bruns (FDP) machte deutlich: „Die Aussagen der Mitarbeiter und der Rücktritt gleich dreier Vorstandsmitglieder werfen ein katastrophales Licht auf die Atmosphäre innerhalb der Pflegekammer und offenbaren einen nicht tragbaren Führungsstil von Frau Mehmecke.“ Ähnliches war auch aus Teilen anderer Fraktionen zu vernehmen.

Lesen Sie mehr: Pflichtmitgliedschaft in Pflegekammer ist rechtens

Meta Janssen-Kucz (Grüne) äußerte sich zurückhaltender. Sie sehe die Politik nicht in der Verantwortung, in die Selbstverwaltung der Kammer einzugreifen. Dennoch lasse sich feststellen, „dass ihre Arbeit holprig war und in Teilen immer noch ist“. Janssen-Kucz sieht die Verantwortung einzugreifen beim Sozialministerium, das als Aufsichtsbehörde über die Kammer wacht. Ein Ministeriumssprecher teilte allerdings mit, dass man sich zu internen Angelegenheiten der Kammer nicht äußern werde.

Von Mandy Sarti

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