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Niedersachsen Boom im Wandertourismus: Pässe für „Harzer Wandernadel“ immer beliebter
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Harzer Wandernadel: Pässe immer beliebter

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07:14 18.10.2021
Abzeichen der Harzer Wandernadel auf einem Wanderpass.
Abzeichen der Harzer Wandernadel auf einem Wanderpass. Quelle: Matthias Bein/dpa
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Harz

Durch den Harz wandern, an 222 Stellen Stempel in den zuvor erworbenen Wanderpass drücken und Wanderkaiserin oder -kaiser werden: Die mit dem Wanderkurs verbundene „Harzer Wandernadel“ ist heiß begehrt. „Wir haben in diesem Jahr bereits 67.000 Pässe verkauft“, berichtete der Geschäftsführer der Harzer Wandernadel GmbH, Klaus Dumeier. Im vergangenen Jahr seien 90.000 Pässe ausgegeben worden, sagte er weiter. „Auch in diesem Jahr wollen wir auf 90.000 bis 100.000 kommen.“

In diesem Jahr haben bereits mehr als 1000 Frauen und Männer alle 222 Stempelabdrücke an Stationen in Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Thüringen gesammelt und dürfen sich Harzer Wanderkaiser oder Harzer Wanderkaiserin nennen. Es gibt eine Anstecknadel aus Harzgestein, eine Urkunde und einen vom Vornamen abgeleiteten Adelstitel samt Eintrag in die Online-Majestätenliste.

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Kinder bis 11 Jahre dürfen sich als Wanderprinzessin oder Wanderprinz bezeichnen, wenn sie 11 der Stempel gesammelt haben – knapp 2800 waren es bisher 2021.

Die Harzer Wandernadel ist inzwischen so beliebt, dass sogar mit den Heften gehandelt wird. Immer wieder werden im Internet halbvolle Stempelpässe angeboten.

Wandernadel: Mit Thementouren durch den Harz

Neben der umfangreichen Harztour bietet die Harzer Wandernadel auch spezielle Thementouren an. Der „Klosterwanderweg“ führt zu Klöstern, Klostergärten und Kirchen, der „Harzer Baudensteig“ verbindet „die schönsten Waldgaststätten und Berggasthöfe“.

Die „Harzer Geschichtsorte“ weisen 32 besondere Stempelstellen auf, bei denen der Wanderer an Wehrtürmen und Verliesen, Festsälen und Schatzkammern Halt macht. Und schließlich geht es auf dem „Lutherweg“ auf den Spuren des Reformators entlang. Zu allen Touren gibt es Begleithefte – und an allen Routen besondere Stempel.

„Wer auch die Stempel der Thementouren sammelt, kommt zum Schluss auf über 350 Stempelstellen“, so Dumeier.

Mit 222 Stempeln zum Wanderkaiser

Die Harzer Wandernadel ist ein Projekt, das sich durch den Verkauf von Wanderpässen und Wanderabzeichen trägt. Stempel in grün lackierten Holzkästen, die an besonders schönen und markanten Stellen entlang der Wege zu finden sind, dienen dabei einem Belohnungssystem. Wandernde können je nach Zahl ihrer vorgewiesenen Stempel Auszeichnungen erlangen. Sind acht Stempel im Pass, erwirbt man die Wandernadel in Bronze, ab 16 Stempeln in Silber, ab 24 in Gold. Ab 50 Stempeln wird man Wanderkönig oder Wanderkönigin. Kinder dürfen sich nach zwölf Stempeln das Abzeichen Wanderprinz oder Wanderprinzessin an Rucksack oder Jacke heften. Alle können sich beliebig viel Zeit nehmen, ihre Stempel verjähren nicht.

Die Aktion entstand vor fünfzehn Jahren als Beschäftigungsangebot für Arbeitslose in Wernigerode. Bereits zum Auftakt 2006 wurden rund 5000 Wanderpässe ausgegeben. Die Wandernadel beschränkte sich anfangs auf die Landkreise Wernigerode, Goslar und Osterode, wurde aber schon wenig später auf den gesamten Harz ausgeweitet. Seitdem gibt es 222 Stellen in den drei Harz-Bundesländern Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, an denen Wandernde Stempel für die Auszeichnung Wanderkaiser (nach allen 222) sammeln. Hinzu kommen Sonderhefte und -stempel etwa zum Hexenstieg, zum Bergbau oder zum Nationalpark.

Nachdem zunächst ein Verein das Netz unterhielt, wurde Anfang 2021 die Harzer Wandernadel GmbH mit Sitz in Blankenburg gegründet. Sie beschäftigt acht Mitarbeiter, die sich nicht zuletzt um die Pflege der häufig von Vandalismus betroffenen Stempel und um eine wachsende Facebook-Community kümmern. Stempelhefte zum Preis von 3 Euro sowie entsprechende Wanderführer und -karten sind im Harz bei Touristeninfostellen, vielen Hotels und Kiosken erhältlich oder können online bei der Harzer Wandernadel bestellt werden. Letztere vergibt auch die Abzeichen.

Bisweilen findet sich allerdings kein Stempel, Vandalismus macht den Organisatoren zu schaffen. Dann reicht es auch, sich den an der Stempelstelle angebrachten dreistelligen Code ins Wanderheft einzutragen.

Von Jörg Aberger/RND/dpa