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Niedersachsen Handwerker-Chefin bezahlt Maler bar
Nachrichten Niedersachsen Handwerker-Chefin bezahlt Maler bar
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19:43 24.06.2010

Die Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Osterode, Roswitha Hoffmannbeck, ist im Südharz dafür bekannt, dass sie sich vehement gegen Schwarzarbeit ausspricht und die Bedeutung des ehrlichen Handwerks preist. Jetzt hat ihr Bild allerdings einen heftigen Kratzer bekommen: Der Landkreis Osterode ermittelt gegen sie und ihren Ehemann wegen des Vorwurfs der Förderung der Schwarzarbeit. Sie sollen in ihrem Privathaus mehrere Maler beschäftigt und diese in bar entlohnt haben, so dass keine Steuern und Sozialversicherungsbeiträge gezahlt wurden. Die Behörde hat deshalb einen Bußgeldbescheid in Höhe von mehr als 7500 Euro erlassen.

Ein Außendienstmitarbeiter des Landkreises habe kürzlich einen entsprechenden Hinweis auf den Verdacht der Schwarzarbeit erhalten, sagte am Donnerstag der Erste Kreisrat Gero Geißlreiter. Zuvor sei bei einer Innung ein anonymes Schreiben eingegangen. Die Ermittlungen hätten dann den Verdacht bestätigt. Demnach habe der Ehemann der Geschäftsführerin einem Vorarbeiter einer Malerfirma den Auftrag für die Arbeiten in dem Privathaus erteilt. Dieser habe dort mit vier Kollegen gearbeitet. Am Ende soll der Maler vorgeschlagen haben, die Arbeiten nicht regulär mit Rechnung, sondern „schwarz“ zu bezahlen. Auf diesen Vorschlag sei das Ehepaar eingegangen.

Der Landkreis hatte zunächst nur gegen den Ehemann ermittelt, weil dieser den Auftrag zu den Arbeiten erteilt hatte. Inzwischen habe man die Ermittlungen auch auf die Ehefrau sowie die beteiligten Handwerker ausgeweitet, sagte Geißlreiter.

Die Geschäftsführerin war am Donnerstag für keine Stellungnahme zu erreichen. Nach Angaben des Büros der Kreishandwerkerschaft befindet sie sich im Urlaub. Gegenüber der örtlichen Zeitung hatte sie erklärt, dass sie als „Privatperson“ gehandelt habe. Dort wird sie außerdem mit dem Satz zitiert: „Hätte ich vorher gewusst, dass es ein Fehler ist, hätte ich ihn nicht gemacht.“ Sie sei „da irgendwie so reingeschlittert“. Sie und ihr Mann hätten eine „Ordnungswidrigkeit begangen und ein Bußgeld bezahlt, das ist erledigt“.

Die 61-jährige Betriebswirtin ist seit 1989 Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft. Sie ist dort bereits seit dem Beginn ihrer Ausbildung beschäftigt.

Kreishandwerksmeister Eberhard Eggers sagte zu dem Vorfall, der Vorstand habe bereits in der vergangenen Woche einstimmig beschlossen, die Geschäftsführerin wegen des Fehlverhaltens eindeutig abzumahnen. Im Wiederholungsfalle müsse sie mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen bis hin zur Demission rechnen. Die Angelegenheit sei sehr bedauerlich. Die Geschäftsführerin leite die Geschicke der Kreishandwerkerschaft bereits seit 20 Jahren zur allgemeinen Zufriedenheit.

Heidi Niemann / dpa

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