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Niedersachsen Grundwasserpegel sinkt ab – Lies stellt Sonderbericht vor
Nachrichten Niedersachsen

Grundwasserspiegel sinkt: Bericht von Umweltminister Lies zu Trockenheit

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13:11 17.06.2020
Nicht nur auf den Feldern zeigt sich die Dürre der vergangenen Jahre. Auch der Grundwasserspiegel in Niedersachsen sinkt. Quelle: Bernd Wüstneck/dpa
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Hannover

Trockenheit lässt das Grundwasser in Niedersachsen knapp werden: Obwohl es im Winterhalbjahr 2019/20 relativ viel geregnet hat, sehen Experten auch für diesen Sommer eine angespannte Situation. Schon 2019 habe sich die Situation im Vergleich zum „Trockenjahr“ 2018 verschärft, heißt es in einem am Mittwoch vorgestellten Sonderbericht des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Für dieses Jahr zeichne sich bereits ab, dass in vielen Regionen weiterhin Grundwasserdefizite bestehen.

Niedrigeres Grundwasser vor allem in Ostniedersachsen

Der NLWKN geht davon aus, dass die Grundwasserstände im Sommer 2020 einen ähnlichen Verlauf nehmen wie in den beiden Vorjahren - die Situation sei angespannt. Umweltminister Olaf Lies (SPD) will darauf mit einem landesweiten Wassermanagement reagieren.

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Während sich die Grundwasserstände in den Niederungs- und Küstenregionen im Westen und Nordosten über den Winter gut erholt hätten, sei die Situation in den anderen Landesteilen kritischer. Insbesondere in Ostniedersachsen liegen dem NLWKN zufolge schlechtere Ausgangsbedingungen als 2019 vor.

Schon nach 2018 verzeichnete der NLWKN extreme Grundwasser-Tiefstände im Vergleich mit den vorangegangenen 30 Jahren. Das vergangene Jahr habe die Situation weiter verschärft.

Dürre und Trockenheit führen zu Ernteeinbußen

Vor allem in der Land- und Forstwirtschaft haben trockene Böden zu großen Schäden geführt. Schon in den vergangenen zwei Jahren hatte der Landesbetrieb extreme Tiefstände bei den Grundwassermesstellen festgestellt. Die Auswirkungen waren auf die Landwirtschaft erheblich. Vor allem in Regionen mit sandigen Böden wie in der Lüneburger Heide und im Westen Niedersachsens mussten die Betriebe mit erheblichen Ernteeinbußen klarkommen.

Zwar können die Landwirte in einigen Regionen ihre Flächen beregnen. Aber hier sind die Kontingente begrenzt, auch wegen der Trockenheit der vergangenen zwei Jahre. Auch die Möglichkeiten des Wasserspeicherns sind wegen extrem hoher Kosten für viele Betriebe keine Option. Experten sehen bei der Verteilung des immer knapper werdenden Guts Wasser für die Zukunft Konflikte zwischen Landwirtschaft, Industrie und Privatleuten.

Der fehlende Niederschlag hatte sich im vergangenen Jahr auch bei vielen Gewässern bemerkbar gemacht, indem die Pegelstände teils deutlich gesunken waren, was auch Auswirkungen auf die Schifffahrt hatte. So musste im vergangenen Jahr auf der Elbe der Ausflugs- und Fährverkehr eingeschränkt werden, auf der Oberweser der Schiffsverkehr.

Von RND/lni

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