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Niedersachsen Großrazzia bei Islamisten in Niedersachsen
Nachrichten Niedersachsen Großrazzia bei Islamisten in Niedersachsen
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16:35 24.03.2015
Hausdurchsuchung in Berlin: Ermittler ermitteln gegen den ehemaligen Bundesschatzmeister der NPD, Erwin Kemna, wegen des Verstoßes gegen das Parteiengesetz. Quelle: Theo Heimann/ddp
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Zum Ergebnis dieser Razzia lässt sich Klaus Ziehe, Sprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft Braunschweig, ebenso wenig entlocken wie zu den konkreten Vorwürfen gegen die insgesamt vier Beschuldigten. Nur so viel ist am Sonntagabend klar: Die Strafverfolger gehen gegen Islamisten vor, die im Verdacht stehen, eine kriminelle Vereinigung aufzubauen. Es gehe nicht um Terror, wohl aber um „eine islamistische Bedrohung“, sagt Ziehe.
 
 Deshalb wurden am Donnerstag vergangener Woche Objekte in Bad Harzburg, Braunschweig und Wolfsburg durchsucht. Festnahmen gab es nicht, allerdings wurden Computer-Festplatten und andere Gegenstände im Rahmen der Beweissicherung beschlagnahmt. Auch Wohnungen von Zeugen wurden unter die Lupe genommen.

Zeitgleiche Aktion in mehreren Bundesländern

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Die Großrazzia in Niedersachsen fand zeitgleich mit einer Anti-Terror-Aktion in zwei weiteren Bundesländern statt, in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Hier fahndet die Bundesanwaltschaft nach Helfern der islamistischen Sauerland-Gruppe, die Anschläge auf US-Einrichtungen geplant hatte und sich demnächst vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf verantworten muss.
 
 Konkret geht es um die Frage, wer den Beschuldigten 26 militärische Sprengzünder beschafft hat. Zu den Verdächtigen zählen auch zwei Serben aus Bad Harzburg, die dem Vernehmen nach auch im Visier der Staatsanwaltschaft Braunschweig stehen.
 
 Die Sauerland-Gruppe war im September vergangenen Jahres in Nordrhein-Westfalen verhaftet worden. Zwei Deutsche und ein Türke sitzen seither in U-Haft. Laut „Spiegel“ hat ein 16-jähriger Deutschtunesier aus Wolfsburg im vergangenen Jahr 26 Bombenzünder in Schuhen versteckt aus der Türkei nach Wolfsburg gebracht und sie dem Kopf der Sauerland-Gruppe übergeben. Drahtzieher dieser Aktion war angeblich ein Deutschtürke, der vergangene Woche von der Türkei an Deutschland ausgeliefert wurde.
 
 Die Razzien beschäftigten auch die jüngste Innenministerkonferenz in Potsdam. Dort machte, wie erst am Sonntag bekannt wurde, Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble auf eine „äußerst angespannte Sicherheitslage“ aufmerksam. Es sei davon auszugehen, dass Al Qaida in Europa, mithin auch in Deutschland zuschlagen wolle, wird der CDU-Politiker zitiert. Schäuble warnte allerdings auch vor „Hysterie“. Die Sicherheitsbehörden seien gut aufgestellt, sagte er dem „Focus“. Allerdings verhielten sich die Terroristen „immer konspirativer“.
 
von Klaus von der Brelie