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Niedersachsen Terrorverdacht: Ägypten schiebt Göttinger ab
Nachrichten Niedersachsen Terrorverdacht: Ägypten schiebt Göttinger ab
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20:02 11.01.2019
Der Internationale Flughafen von Kairo. Quelle: Roland Unger
Göttingen/Kairo

Der Mann war am Freitagmorgen am Flughafen Frankfurt gelandet. Grundlage der Ermittlungen der Celler Generalstaatsanwaltschaft seien Informationen aus ägyptischen Medien, teilte die für Terrorismusbekämpfung zuständige Strafverfolgungsbehörde mit.

Nach Darstellung der staatlich gelenkten Zeitung „Al-Ahram“ vom Freitag, soll der Mann versucht haben, sich der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auf der Sinai-Halbinsel anzuschließen. Die Nachrichtenseite veröffentlichte am Freitagmorgen Fotos des 23-Jährigen bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen Kairo und ein Foto des Flugtickets von Kairo nach Frankfurt. Demnach wurde der Göttinger um 2.14 Uhr zurück nach Deutschland geflogen.

Karten der Sinai-Halbinsel

Das Auswärtige Amt in Berlin bestätigte mittlerweile, dass sich der Mann wieder auf deutschem Boden befindet. Zu Details, etwa dazu, ob der Göttinger gefoltert wurde und ob er von deutschen Behörden zu den Terror-Vorwürfen der ägyptischen Behörden befragt werden soll, wollten sich Auswärtiges Amt und Bundesinnenministerium zunächst nicht äußern.

Unterdessen teilte ein Mitarbeiter der Göttinger Firma des Vaters des Freigelassenen mit, der 23-Jährige habe seine ägyptische Staatsangehörigkeit aufgegeben. Auch diese Angabe konnte zunächst nicht bestätigt werden.

Der Bruder des 23-Jährigen wollte sich dazu ebenfalls nicht äußern. Der 24-Jährige erklärte nur, die ägyptischen Behörden hätten „nach dem starken medialen Interesse“ zur Festnahme seines Bruders „irgendeinen Vorwand erfinden“ müssen, warum sie ihn festgehalten hätten. Beweise dafür hätten die Behörden nicht vorgelegt. Sein Bruder sei am Freitagvormittag von seiner Familie am Flughafen Frankfurt empfangen worden.

Radikale Universität

Der 23-Jährige besitzt die deutsche und ägyptische Staatsbürgerschaft. Seine Familie hatte angegeben, der Mann und sein Bruder hätten in Ägypten ihre Großeltern besuchen wollen und seien deshalb vom saudi-arabischen Medina nach Kairo geflogen. Die beiden Männer studieren in Medina Islamwissenschaften. Die Universität gilt als Hort eines fundamentalistischen Islam und steht unter der Aufsicht des saudischen Bildungsministeriums..

In einem anderen Fall hatte das Auswärtige Amt am Donnerstag bestätigt, dass sich ein seit mehreren Wochen vermisster 18-jähriger Deutscher aus Gießen ebenfalls in Gewahrsam der ägyptischen Behörden befindet. Die Sicherheitsbehörden sollen nach dem Bericht der Zeitung „Al-Ahram“ Karten der Sinai-Halbinsel bei ihm gefunden haben. Vor allem in Norden des Sinai ist nach wie vor eine Gruppe des „Islamischen Staats“ aktiv und verübt Terroranschläge. Vor allem in Norden des Sinai ist nach wie vor eine Gruppe des „Islamischen Staats“ aktiv und verübt Terroranschläge.

Der Gießener Beschuldigte habe sich zu den Vorwürfen noch nicht geäußert. Auch in diesem Fall soll Berichten anderer Medien zufolge eine Abschiebung vorbereitet werden.

Von Matthias Heinzel (mit dpa)

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