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Niedersachsen Dutzende Arbeitslose sollen Busfahrer-Misere lindern
Nachrichten Niedersachsen Dutzende Arbeitslose sollen Busfahrer-Misere lindern
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17:43 30.07.2019
Zum Teil fahren die GöVB wochenlang nach Notfallfahrplänen, weil so viele Busfahrer krank sind. Quelle: Christina Hinzmann / GT
Göttingen

Durch die Umschulung von Arbeitslosen wollen die Göttinger Verkehrsbetriebe (GöVB) die anhaltende Misere bei ihren Busfahrern lindern. 20 Arbeitslose befänden sich bereits im mehrmonatigen Umschulungsprozess, sagte GöVB-Geschäftsführer Michael Neugebauer.

Mach Angaben von Personalleiter Uwe Döring haben sich die GöVB an die Agentur für Arbeit in Göttingen gewandt, um zu fragen, ob es Möglichkeiten gibt Arbeitslose als Busfahrer einzusetzen. Daraufhin habe es zunächst Gespräche mit den Verantwortlichen gegeben und abschließend eine Informationsveranstaltung für Interessierte. „Von unserer Seite aus, war die einzige Voraussetzung, dass die Teilnehmer einen Führerschein der Klasse B haben“, sagte Döring. Nach Abschluss der Umschulung steht für die Teilnehmer dann ein Praktikum bei den GöVB auf dem Programm, bei dem getestet werden soll, um die Absolventen zum Unternehmen passen. „Wenn das alles gut verläuft, dann bekommen sie von uns einen Arbeitsvertrag“, berichtete Döring.

Nächster Durchgang ab September

Im September solle eine weitere Informationsveranstaltung für Interessierte erfolgen. „Wir haben in Einzelgesprächen und per Aushang gefragt, wer Interesse an einer Qualifizierung hat“, erklärte Christine Gudd, Pressesprecherin der Agentur für Arbeit in Göttingen. Zudem sei überlegt worden, wie eine Förderung möglich sei. „Förderfähig ist jeder, der arbeitssuchend ist und durch die Qualifizierung eine Berufsperspektive hat“, sagte Gudd. Zudem müsse der Bildungsträger, der die Qualifizierung vornehme zertifiziert sein.

Führerschein der Klasse D wird bezahlt

Die Teilqualifizierung, die die Absolventen derzeit durchlaufen, sei ein Modul von mehreren, an deren Ende die Qualifizierung als Berufskraftfahrer stehe. In dem jetzigen Teilmodul bekämen die Teilnehmer den Führerschein der Klasse D, der den sogenannten Personenbeförderungsschein beinhaltet, finanziert. Über die Kosten der Maßnahme gibt Gudd keine Auskunft, wichtiger als die Kosten sei, dass das Geld gut angelegt sei und für die Arbeitslosen eine Betrachtungsperspektive bestehe. Gudd betont, dass die jetzige Qualifizierungsrunde zwar auf Anregung der GöVB zustande gekommen sei, sie sich aber grundsätzlich an alle Unternehmen in diesem Bereich richte.

Mehr Personal notwendig

„Wir haben vor dem jetzigen Durchgang Gespräche mit mehreren Vertretern der Branche geführt“, sagt sie. Dabei sei deutlich geworden, dass die Personalsituation in der gesamten Branche angespannt sei, wenn auch in anderen Betrieben nicht so ausgeprägt, wie bei der GöVB. Dies bestätigt auch Michael Frömming, Geschäftsführer des Zweckverband Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen (ZVSN): „Für das derzeitige Fehlen von Fachpersonal gibt es unterschiedliche Gründe. Unter anderem wurden über einen längeren Zeitraum keine Auszubildenden angeworben“, sagte er. Bei dem Vorhaben dies zu ändern seien die GÖVB derzeit vorbildlich. „Grundsätzlich benötigen wir mehr Personal, um die Verkehrswende hinzubekommen, und eine wirkliche Alternative zum Individualverkehr zu sein“, so der Geschäftsführer. Die Stadtverwaltung, die von der GöVB nach Angaben der ersten Stadtrats Christian Schmetz (CDU) über das Vorgehen in Kenntnis gesetzt wurde, befürwortet die Initiative. „Angesichts des Fachkräftemangels, der sich erkennbar durch viele Berufssparten zieht, sind solche Maßnahmen durchaus geeignet, um kurz- bis mittelfristige Lösungen anzustreben“, erklärte Schmetz.

Die GöVB fahren derzeit nur noch nach Notfallfahrplänen. Nach Angaben Frömmings sei im regionalen Busverkehr, dem ZVSN gehören 16 Busunternehmen in den Landkreisen Göttingen und Northeim an, aktuell nicht mit Fahrausfällen zu rechnen, doch dies könne sich nach den Sommerferien, wenn wieder mehr Busse benötigt würden, ändern.

Mehr Ausbildungsplätze geschaffen

Begonnen hatte die Krankheitswelle, mit teilweise mehr als 20 Prozent an Kranken im Herbst 2018, seit dem mussten immer wieder Fahrten kurzfristig ausfallen. Der aktuelle Notfahrplan gilt noch bis Sonntag, 4. August. Ursache für Ausfälle sei nach Angaben des Unternehmens unter anderem die hohe Belastung durch zahlreiche Dauerbaustellen in Göttingen, sagte GöVB-Geschäftsführer Michael Neugebauer. Erschwerend komme hinzu, dass es seit einigen Jahren keine Altersteilzeit für Busfahrer mehr gebe. Dadurch steige die Zahl der über 60-jährigen Fahrer immer weiter an. Um den Ausfällen entgegen zu wirken, ist das Unternehmen auch dabei, die Zahl der Auszubildenden von sieben auf 15 zu erhöhen. So soll auch dem entgegengewirkt werden, dass etwas die Hälfte der Belegschaft in den kommenden zehn Jahren in den Ruhestand gehe. Unterstützung für dieses Vorgehen haben die Verkehrsbetriebe nach Angaben von Christian Schmetz (CDU), Erster Stadtrat, von der Stadtverwaltung Göttingen erhalten.

Sie erreichen die Autorin per Mail an v.woelk@goettinger-tageblatt.de

Von Von Vera Wölk mit RND/lni

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