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Niedersachsen Fünfeinhalb Jahre für Macheten-Attacke
Nachrichten Niedersachsen Fünfeinhalb Jahre für Macheten-Attacke
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16:12 26.10.2018
VERURTEILT: David L. (r.) wurde von Anwalt Matthias Wandzik verteidigt. Foto:
VERURTEILT: David L. (r.) wurde von Anwalt Matthias Wandzik verteidigt. Foto: Quelle: Zgoll
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Lehrte/Hildesheim

Nun muss die Domina (40) aus Hamburg ihren Verlobten David L. (37) im Gefängnis heiraten. Der Angeklagte wurde am Freitag im Landgericht Hildesheim zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt. Er hatte am 21. April 2018 in Aligse (Lehrte) den Ex-Freund der 40-Jährigen mit einer Machete lebensgefährlich verletzt. Das nennt man versuchten Totschlag.

David L. hat ein bemerkenswertes Äußeres: Sein fast kahler Schädel ist auf beiden Seiten wild tätowiert. Über sein Tattoo unterhalb des Mundes ist ein Bart gewachsen. Zeugen sagten, dass es nach Vampirzähnen aussieht. Insofern klang die Begründung der Tat von Richterin Karin Brönstrup ein wenig merkwürdig: „Sie haben sich aus Liebe zu der Tat hinreißen lassen.“ David L. weist 16 Vorstrafen aus. Während der Urteilsverkündung weinte die Domina wie ein Schlosshund – wahre Liebe im Rotlicht-Milieu.

Zwischen Täter und Opfer gab es keinerlei Verbindung. Am 21. April 2018 hatte die Domina ihrem Ex in Lehrte einen Besuch abgestattet. Sie wollte Geld und Kleidung von ihm. Ein Vorwand? Eine Finte? Opfer-Anwältin Tanja Brettschneider erklärte: „Es gab keine Geldforderung. Mein Mandant hatte auf Facebook ein wenig mit einer Zahlung seines Arbeitgebers angegeben.“ Die Domina muss sich demnächst wegen Raubes verantworten.

In jedem Fall ging David L. mit einer mindestens 50 Zentimeter langen Machete Geld eintreiben. Seiner Version, dass sich sein Kontrahent in die Waffe habe fallen lassen und dass es ein Handgemenge gegeben habe, glaubte das Gericht nicht. „Es war ein gezielter Stich in die Bauchregion“, urteilte das Gericht. Die Verletzung war lebensgefährlich.

David L. will 10 000 Euro Schmerzensgeld an sein Opfer zahlen. Er bekundete Reue für seine Tat. Das klang aber nicht überzeugend. So gab er die Identität seines maskierten Mittäters nicht preis. Und vor dem Urteil leugnete er, dass die Domina und er den Hund („Jay-Jay“) geraubt und ausgesetzt haben. Die Pocket-Bully-Hündin (2) ist wieder wohlbehalten bei ihrem Herrchen. Das Verbrechensopfer: „Sie ist mein Baby.“

Von Thomas Nagel