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Niedersachsen Fragen um Asse-Müll ungeklärt
Nachrichten Niedersachsen Fragen um Asse-Müll ungeklärt
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14:11 27.07.2009
Erneut Wirbel um das Atommülllager Ass. Quelle: Guelland/ddp
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Die Linke im niedersächsischen Landtag kritisierte am Montag, das angebliche Verschwinden dieser Akten zeige einmal mehr, wie „schlampig“ mit dem Atommüll umgegangen worden sei. „Es ist auch gut möglich, dass Akten vernichtet wurden, um Spuren zu verwischen“, sagte der umweltpolitische Sprecher der Linksfraktion, Kurt Herzog.

Das ARD-Magazin „Monitor“ hatte in der vergangenen Woche über eine Zusage des Bundesforschungsministeriums aus dem Jahr 1966 an die Siemens AG zur Einlagerung von bis zu 25 Fässern mit radioaktivem Abfall berichtet. Dabei berief sich die „Monitor“-Redaktion auf einen Schriftwechsel. Siemens erklärte dazu, die gesetzliche Aufbewahrungsfrist für die damaligen Akten sei Ende der 90er Jahre abgelaufen. Das Unternehmen konnte deshalb nicht mehr sagen, ob tatsächlich Fässer mit hochaktivem Müll in die Asse gebracht wurden.

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Das niedersächsische Jugend-Umwelt-Netzwerk erklärte, der „Monitor“-Beitrag habe nicht ganz klären können, wo die Fässer mit hochradioaktivem Atommüll letzendlich gelandet seien. Aus weiteren Dokumenten des Bundesforschungministeriums gehe aber hervor, dass es sich bei den fraglichen Abfällen offenbar um Kernbrennstoffe aus dem Atomkraftwerk Niederaichbach in Bayern gehandelt habe.

Der Druckröhrenreaktor war ab 1959 von Siemens geplant und weitgehend vom Bund finanziert worden. 1974 wurde das Kraftwerk nach zahlreichen Pannen und nur 18 Tagen Volllast-Betrieb abgeschaltet.

ddp