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Niedersachsen Fliesenleger muss 100 Euro zahlen – wegen des HSV-Logos auf einer Terrasse
Nachrichten Niedersachsen Fliesenleger muss 100 Euro zahlen – wegen des HSV-Logos auf einer Terrasse
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12:21 07.11.2019
Das Logo des Hamburger Sportvereins ist markenrechtlich geschützt. Quelle: Daniel Reinhardt/dpa
Timmendorfer Strand/Rostock

Ein kurioser Rechtsstreit rund um das HSV-Logo auf einer Terrasse hat jetzt das Landgericht in Rostock beschäftigt und ein versöhnliches Ende gefunden. Darum ging’s: Der Hamburger SV hatte gegen eine Handwerksfirma geklagt, die vor einigen Jahren eine blau-weiß-schwarze Terrasse in Timmendorfer Strand verlegt hatte. Die Lübecker Nachrichten haben zuerst über den Fall berichtet. Inhaber Henning Boock, der seinen Betrieb im mecklenburgischen Naschendorf hat, stellte ein Foto der Terrasse auf die Homepage seiner Firma.

Irgendwann fiel das auf – und die HSV-Fußball AG ließ ihn abmahnen, weil er mit der Werbung für die HSV-Terrasse die Markenrechte des Vereins verletzt haben soll. 1531,90 Euro zuzüglich Zinsen wollte der Hamburger SV von Boock haben. Eine außergerichtliche Einigung schlug fehl, es kam am Dienstag zum Prozess in Rostock.

Geld für den „Hamburger Weg“

Dort dann die einvernehmliche Regelung vor dem zuständigen Landgericht: Boock zahlt 100 Euro für den guten Zweck an die HSV-Stiftung „Hamburger Weg“, damit wird der Rechtsstreit für erledigt erklärt. Beide Seiten tragen ihre Anwaltskosten selbst, die Gerichtskosten werden geteilt. Hintergrund: „Nach Einschätzung des Gerichts handelt es sich hier um eine besondere Fallkonstellation, deren rechtliche Bewertung nach gegenwärtigem Stand offen ist“, teilte Books Anwalt Christian Schlichting aus Lübeck mit. „Heißt also ein Risiko für jede Seite, am Ende zu verlieren.“ Der Deal sei seiner Meinung nach „eine gute und faire Lösung für beide Seiten“.

Ist die Fan-Terasse eine Markenrechtsverletzung?

Für den Fliesenleger ist es das auf jeden Fall. „Das war wie das Hornberger Schießen – viel Theater um nichts“, sagt Boock. Er sei den Prozess allerdings ganz entspannt angegangen. „Ich bin mir sicher, dass ich im Recht bin. Wäre der HSV mit seiner Klage durchgekommen, wäre ich dagegen angegangen.“ Bei dem Foto auf seiner Homepage habe es sich lediglich um eine Präsentation seiner Arbeit gehandelt. „Ich haben den Boden nicht als fertige Module für Kunden angeboten.“ Insofern sehe er hier keine Markenrechtsverletzung. HSV-Anhänger Christan Olk aus Timmendorfer Strand, dem die Fan-Terrasse gehört, hatte die Klage seines Lieblingsvereins als „albern“ bezeichnet.

HSV: Verein muss gegen Verletzung der Markenrechte vorgehen

Der Hamburger SV sah das anders. HSV-Justiziar Julius Becker hatte vor dem Prozess gegenüber den LN erklärt: „Grundsätzlich finden wir es klasse, wenn Fans ihre Nähe zum HSV in derartigen Aktionen ausdrücken.“ Dies habe allerdings dort seine Grenzen, „wo der Fan die Marken des HSV zum Verkauf oder zur Bewerbung seiner Waren und Dienstleistungen ausnutzt“. Boock habe „die Strahlkraft der Marke Raute genutzt“, um für seine Arbeit zu werben. Der Verein sei gegenüber seinen Lizenzpartnern vertraglich dazu verpflichtet, „derartige Verletzungen der Markenrechte zu verfolgen“.

Unterlassungserklärung des Fliesenlegers

Der Hamburger SV bestätigte die Einigung mit dem Fliesenleger, der nach HSV-Angaben auch eine Unterlassungserklärung abgegeben hat, in Zukunft mit der Raute des Klubs nicht mehr zu werben. Die Angelegenheit habe nunmehr auch im Interesse des HSV ihre Erledigung gefunden, teilte der Hamburger SV mit.

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Von Jan Wulf/Lübecker Nachrichten/RND

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