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Niedersachsen Experte hält Gorleben als Endlager für ungeeignet
Nachrichten Niedersachsen Experte hält Gorleben als Endlager für ungeeignet
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19:45 12.12.2011
Der ehemalige Endlager-Experte Ulrich Kleemann hält Gorleben als Standort für ein Atommüll-Endlager für ungeeignet. Quelle: dpa
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Gorleben

Das ist das Ergebnis einer Studie auf der Basis intensiver Literaturrecherchen, die der Geologe im Auftrag der von Atomkraftgegnern getragenen Rechtshilfe Gorleben erstellt hat.

Die für die geologische Bewertung zuständige Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) ignoriere entscheidende Erkenntnisse, erklärt Kleemann in der Studie. Der Salzstock liege wahrscheinlich in einer aktiven Störungszone mit Aufwölbungen und Brüchen im tieferen Boden. Auch ein großes Gasvorkommen in der Region macht dem Geologen Sorgen. „Auf Grund der unabwägbaren Risiken solcher Gasvorkommen muss allein schon die Existenz potenziell gasführender Schichten zum Ausschluss des Standortes Gorleben führen“, folgert Kleemann. Das Fehlen einer schützenden Tonschicht über dem Salzstock sei ein weiterer Mangel.

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Schon früh hätten sich führende BGR-Mitarbeiter festgelegt, dass der Salzstock potenziell geeignet sei. „Insgesamt zeigen die Arbeiten der BGR ein erschreckendes Nichtbeachten jüngerer Fachliteratur. Sie entsprechen nicht dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik“, moniert Kleemann. Die Ergebnisse der Studie sollen am Dienstag in Lüchow detailliert vorgestellt werden.

Kleemann hatte von 2004 bis 2009 beim BfS den Fachbereich Sicherheit nuklearer Entsorgung geleitet und war damit auch für die Endlagerprojekte des Bundes zuständig.

Das Bundesamt für Strahlenschutz setzt sich seit Jahren aus fachlichen wie auch juristischen Erwägungen für einen ergebnisoffenen Vergleich verschiedener Standortalternativen ein. 

dpa