Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen Ex-Minister Hauff: „Die Asse war kein Endlager“
Nachrichten Niedersachsen Ex-Minister Hauff: „Die Asse war kein Endlager“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:36 11.02.2010
Der frühere Bundesforschungsminister Volker Hauff (SPD) vor dem Untersuchungsausschuss im Landtag in Hannover. Quelle: dpa
Anzeige

Der frühere Bundesforschungsminister Volker Hauff (SPD) sagte als Zeuge im Untersuchungsausschuss in Hannover: „Die Asse war kein Endlager.“ Dagegen erklärte die ehemalige niedersächsische Wirtschaftsministerin Birgit Breuel (CDU): „Man konnte sich nicht vorstellen, dass es nur eine Forschungsstätte gewesen sein soll.“ Die Atommüll-Fässer seien teils einfach in die Tiefe gekippt worden. „Das sprach nicht dafür, dass sie wieder rausgeholt werden sollten“, sagte Breuel.

Experten und auch Politiker hatte zuvor bereits gesagt, dass die Asse als Forschungsbergwerk deklariert wurde, in Wahrheit aber der Atomindustrie zur billigen Entsorgung für schwach und mittelradioaktivem Abfall diente. CDU und FDP im Untersuchungsausschuss in Hannover warfen Hauff vor, unglaubwürdig zu sein. Aus heutiger Sicht sei die Asse als Endlager gedacht gewesen. Dennoch habe Hauff noch von Zwischenlager gesprochen, als die Fässer einfach in die Tiefe gestürzt worden seien und damit die Absicht zur Endlagerung offensichtlich war.

Anzeige

Das Bundesamt für Strahlenschutz plant, die rund 126 000 eingelagerten Fässer aus der Asse wieder herauszuholen. Allerdings müssen zuvor Untersuchungen in den Lagerkammern unter Tage zeigen, in welchem Zustand die Abfallbehälter sind.

Ex-Bundesminister Hauff äußerte sich auch zum Standort Gorleben für ein mögliches Atommüll-Endlager in den 70er Jahren. Aus seiner Sicht ist die Auswahl Gorlebens zweifelhaft gewesen. Es habe weder einen Nachweis gegeben, dass Gorleben der beste Standort sei noch dass er ungeeignet sei, sagte er. Die Bundesregierung wollte nach den Worten Hauffs mehrere Standorte und Gesteinsarten überprüfen lassen. Während dieser Arbeiten habe der damalige niedersächsische Ministerpräsident Ernst Albrecht (CDU) dann aber mitgeteilt, dass ein anderer Standort als Gorleben nicht infrage komme.

Es gibt seit langem den Vorwurf, Albrecht habe Gorleben aus politischen Gründen ausgewählt und wissenschaftliche Zweifel an der Eignung ignoriert. Die SPD im Landtags-Untersuchungsausschuss sieht sich nach den Aussagen des Zeugen Hauff darin bestätigt.

lni