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Niedersachsen Erzieher setzen Streiks in Norddeutschland fort
Nachrichten Niedersachsen Erzieher setzen Streiks in Norddeutschland fort
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17:31 27.05.2009
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In Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein legten mehr als 5500 Beschäftigte die Arbeit nieder. Quelle: Friso Gentsch/lni
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In Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein legten nach Angaben eines ver.di-Sprechers insgesamt mehr als 5500 Beschäftigte die Arbeit nieder. Zahlreiche Einrichtungen blieben erneut geschlossen. Mit den Streiks wollen die Erzieher ihrer Forderung nach einer betrieblichen Gesundheitsförderung Nachdruck verleihen.

In Hamburg beteiligten sich ver.di-Angaben zufolge rund 2000 Kita-Beschäftigte an einem ganztägigen Warnstreik. Ähnlich wie bei der Arbeitsniederlegung am Dienstag habe damit erneut etwa jede vierte Einrichtung der rund 230 Hamburger Kitas und Horte wegen des Ausstands schließen müssen. Die anderen Einrichtungen hätten teilweise nur eingeschränkt den Betrieb aufrechterhalten können, sagte ein Gewerkschaftssprecher.

Die Beschäftigten in Hamburg votierten am Mittwoch bei einer Urabstimmung für unbefristete Streiks. Insgesamt 99,7 Prozent der in der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und 98,6 Prozent der in der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di organisierten Kita-Beschäftigten stimmten für einen Arbeitskampf, wie der stellvertretende Hamburger GEW-Vorsitzende Jens Kastner sagte. Mit diesem Votum könnten schon in der kommenden Woche unbefristete Streiks ausgerufen werden. Welche „Eskalationsstufe“ die Gewerkschaften wählen werde, hänge vom Ausgang der derzeit in Berlin laufenden Verhandlungen zwischen Gewerkschaften und kommunalen Arbeitgebern ab.

In Schleswig-Holstein hätten sich etwa 120 Kita-Beschäftigte dem Streik angeschlossen. Dies habe dazu geführt, dass wegen Personalmangels unter anderem zehn Kitas in Flensburg geschlossen blieben. Insgesamt seien die Streikaktionen mit Blick auf die am selben Tag angesetzte Verhandlungsrunde zwischen den Gewerkschaften und den kommunalen Arbeitgebern jedoch kleiner ausgefallen als noch am Dienstag.

In Niedersachsen und Bremen legten nach Angaben eines Gewerkschaftssprechers rund 3500 Beschäftigte die Arbeit nieder. Schwerpunkte der Streiks waren unter anderem Bremen, Bremerhaven, Stadt und Region Hannover, Braunschweig, Bad Harzburg, Wolfsburg, Stadt und Landkreis Göttingen, Wolfenbüttel, Peine, Hildesheim, Osnabrück, Lüneburg und Celle.

In Bremerhaven schlossen sich mehr als 800 Beschäftigte einem Demonstrationszug mit anschließender Kundgebung an. In Braunschweig versammelten sich mehr als 2000 Erzieher zu einer ähnlichen Aktion. Bei einem kleineren Protest in Celle kamen rund 120 Erzieher zusammen.

Die Gewerkschaft kündigte für Donnerstag weitere Proteste in Niedersachsen und Bremen an. Ob es darüber hinaus am Freitag oder in der kommenden Woche weitere Streiks geben wird, blieb zunächst offen.

ver.di fordert für die bundesweit rund 220.000 Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst einen Tarifvertrag zur betrieblichen Gesundheitsförderung. In der vergangenen Woche hatten bereits mehrere tausend Erzieher in Norddeutschland ihre Arbeit niedergelegt.

ddp