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Niedersachsen Erkundung in Gorleben schürt Anti-Atom-Proteste
Nachrichten Niedersachsen Erkundung in Gorleben schürt Anti-Atom-Proteste
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17:57 01.10.2010
Nach dem Beginn der Untersuchungen für ein Atomendlager im Salzstock Gorleben wird auch der Protest lauter. Quelle: dpa (Archiv)

Das Deutsche Atomforum bezeichnete die Gorleben-Untersuchung am Freitag als Zeichen der Vernunft und als längst überfällig. Atomkraftgegner kündigten dagegen massiven Widerstand an.

„Ein Festhalten an Gorleben grenzt an Wahnsinn“, kritisierte die Anti-Atom-Initiative „X-tausendmal quer“. An diesem Samstag wollen Atomkraftgegner im Wendland mit Straßenblockaden protestieren. Im November werden sie versuchen, den bevorstehenden Castor-Transport mit stark strahlendem Atommüll ins oberirdische Zwischenlager Gorleben aufzuhalten.

Die Erkundung des Salzstocks war genau vor zehn Jahren eingestellt worden, weil die damalige rot-grüne Bundesregierung die Endlagersuche auf andere Standorte ausweiten wollte. Nun lässt die schwarz-gelbe Koalition den Salzstock trotz massiver Proteste wieder auf seine Eignung als Endlager für hoch radioaktiven Müll überprüfen. Durch die geplanten durchschnittlich 12 Jahre längeren Atomlaufzeiten wird die Menge an hoch radioaktivem Müll laut Bundesamt für Strahlenschutz auf insgesamt 21 600 Tonnen steigen.

Die konkreten Arbeiten zur weiteren Erkundung in rund 800 Metern Tiefe sollen gegen Mitte Oktober beginnen. Um lange Verzögerungen bei der Untersuchung des Salzstocks zu vermeiden, will Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) als letztes Mittel auch wieder Enteignungen ermöglichen. Die Familie des Grafen von Bernstorff und evangelische Kirchen, denen Grundstücke über dem Salzstock gehören, wollen das aber nicht hinnehmen.

Die Atomwirtschaft hat bisher rund 1,5 Milliarden Euro in die rund 30 Jahre andauernde Prüfung Gorlebens investiert. Sie den Standort an der ehemaligen innerdeutschen Grenze für geeignet. Das Deutsche Atomforum hält die Weitererkundung in Gorleben für geboten - auch im Interesse der Menschen vor Ort, „die zu Recht endlich Klarheit über die weitere Entwicklung in ihrer Region verlangen“. Umweltschützer warnen jedoch vor unkalkulierbaren Risiken.

Aus Sicht der Opposition könnte Erdgas unterhalb des Salzstocks in Gorleben lagern und gefährlich sein bei einer Lagerung des strahlenden Atommülls. Die Linksfraktion im Bundestag teilte am Freitag nach der Sitzung im Gorleben-Untersuchungsausschuss mit, die niedersächsische Landesregierung habe bereits 1976 von größeren Erdgasvorkommen gewusst, habe das Problem aber verschwiegen. Die Vorsitzende des Untersuchungsausschusses, Maria Flachsbarth (CDU), hatte vor zwei Wochen beim Besuch in Gorleben gesagt, Fachleute müssten sich nun vordringlich mit den Funden von Kohlenwasserstoffen befassen.

dpa

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