Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen Enteignungspläne sorgen für neue Unruhe im Raum Gorleben
Nachrichten Niedersachsen Enteignungspläne sorgen für neue Unruhe im Raum Gorleben
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:05 22.10.2010
Das Erkundungsberwegkwerk in Gorleben. Quelle: dpa

Die von der Bundesregierung geplante weitere Erkundung Gorlebens trifft auf zunehmenden Widerstand. Am Montag reihte sich die hannoversche Landeskirche in den Kreis der Protestierenden ein, die sich vor allem gegen mögliche Enteignungen wenden. Einige ihrer Kirchengemeinden, die große Flächen über dem Salzstock Gorleben besitzen, könnten von Enteignungen betroffen sein.

„Das werden wir nicht einfach hinnehmen, sondern sichern den Kirchengemeinden Rechtsbeistand zu“, erklärte der höchste Geistliche der hannoverschen Landeskirche, Bischofsvikar Hans-Herrmann Jantzen. „Ich finde, dass die Bundesregierung sich da in eine Sackgasse hereinmanövriert“, sagte Jantzen. „Wir haben um ein Gespräch nachgesucht, aber keinen Termin bekommen“, sagte der Theologe, der als Lünburger Landessuperintendent schon lange mit dem Problem Gorleben zu tun hat. Neben der Familie des Grafen von Bernstorff gehören vier Kirchengemeinden im Wendland zu den größten Grundbesitzern.

Angesichts der beschlossenen Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken befürchtet Innenminister Uwe Schünemann härtere Auseinandersetzungen um den Castor-Transport nach Gorleben im November.

mbb

Mehr zum Thema

Die SPD lehnt Enteignungen von Grundbesitzern zur Erkundung des Salzstocks Gorlebens als mögliches Atomendlager kategorisch ab. Die schwarz-gelbe Bundesregierung plant nach Medienberichten mit dem neuen Atomgesetz Enteignungen von privaten Grundbesitzern wieder zu ermöglichen. Die frühere rot-grüne Koalition hatte das abgeschafft.

11.09.2010

Wo leichtradioaktiv draufsteht, ist mittelradioaktiv drin: Im Atommüllager Asse lagern zehnmal mehr Behälter mit mittelradioaktivem Abfall als angenommen - das geht aus dem Abschlussbericht des früheren Betreibers hervor. Rund 15.000 Abfallbehälter wurden falsch deklariert.

11.09.2010

Über Ausgleichszahlungen für die Atomendlager-Standorte soll zügig entschieden werden. Der Ansicht ist zumindest Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU). Außerdem hält er die Einrichtung eines Endlager-Forschungszentrums für sinnvoll.

10.09.2010

Im Streit um die Untersuchung des Salzstocks Gorleben als mögliches Atom-Endlager hat die evangelische Kirche Widerstand gegen eine mögliche Enteignung angekündigt. „Gegen eine Enteignung werden wir uns natürlich wehren. Wir werden uns das nicht einfach gefallen lassen“, sagte der Superintendent im evangelischen Kirchenkreis Lüchow-Dannenberg, Stephan Wichert-von Holten.

13.09.2010

Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister hat den Vorwurf zurückgewiesen, das Konservative komme bei der CDU zu kurz. Die Vertriebenen-Präsidentin Erika Steinbach nahm er dabei in Schutz

13.09.2010

Sein erster öffentlicher Termin in Niedersachsen als Bundespräsident führte Christian Wulff nach Lüneburg. Anlass war der „Tag des offenen Denkmals“, den der frühere Landesvater eröffnete. Berlin war weit weg.

Dirk Schmaler 12.09.2010