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Niedersachsen Umweltminister Lies „erschrocken“ über Aussagen zu Gorleben
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Endlager-Suche: Umweltminister Lies „erschrocken“ über Aussagen zu Gorleben

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09:27 16.10.2020
Olaf Lies hat wenig Verständnis zur Kritik am Auswahlverfahren. Quelle: dpa/RND-Collage
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Berlin

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) hat sich „erschrocken und erstaunt“ über Äußerungen des Präsidenten der Bundesanstalt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung zu Gorleben gezeigt. Wolfram König hatte es in der „Süddeutschen Zeitung“ als problematisch bezeichnet, dass der Salzstock Gorleben bei der Suche nach einem Atommüll-Endlager schon im ersten Schritt noch vor einer Beteilung der Öffentlichkeit rausgefallen sei.

„Dass König das Aus für den Salzstock Gorleben in Niedersachsen bei der Suche nach einen Atommüll-Endlager als "belastend" für das weitere Verfahren nennt, muss ich auf das Schärfste zurückweisen“, sagte Lies am Donnerstag. „Die Festlegung der Teilgebiete, zu denen Gorleben als Salzstock nicht zählt, ist nach wissenschaftlichen Kriterien und in einem transparenten Verfahren getroffen worden. Daran gibt es nichts zu deuten“. Die Kritik von König sei deplatziert. Er müsse sich zudem mit Blick auf die Endlagersuche fragen lassen, ob er in seiner Funktion eine solche Haltung zeigen sollte.

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Lässt Gorleben-Aus Zweifel am Auswahlprozess?

Ende September hatte die Bundesgesellschaft für Endlagerung in einem Zwischenbericht mitgeteilt, dass große Teile Deutschlands für ein Atomendlager nach geologischen Kriterien grundsätzlich geeignet sind – der lange heftig umkämpfte Salzstock Gorleben aber ist nicht darunter. Als Grund wurden geologische Mängel genannt.

König sagte der „Süddeutschen Zeitung“: „Meine Sorge ist, dass diese Entscheidung das weitere Verfahren nicht erleichtert, sondern belastet.“ Zwar sei für ihn nicht überraschend, dass Gorleben in einem vergleichenden Verfahren keine Chance habe. „Dass Gorleben aber schon im ersten Schritt rausgefallen ist, noch vor einer Beteiligung der Öffentlichkeit, halte ich für problematisch“, sagte König. „Wir erleben jetzt, dass mit dem frühen Ausscheiden Gorlebens versucht wird, Zweifel am Verfahren zu nähren, an seiner Wissenschaftlichkeit.“

Von RND/lni