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Niedersachsen Elbevertiefung: Deichsicherheit hat höchste Priorität
Nachrichten Niedersachsen Elbevertiefung: Deichsicherheit hat höchste Priorität
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08:32 17.07.2010
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Derzeit warte das Land auf den Entwurf des Planfeststellungsbeschlusses.

Auch Fragen zu Aspekten des Naturschutzes könnten erst im Anschluss daran geprüft werden. Die schwarz-grüne Landesregierung in Hamburg will die Fahrrinne der Elbe von Hamburg bis zur Nordsee um einen Meter vertiefen, damit sie künftig von Schiffen mit 14,5 Metern Tiefgang befahren werden kann. Die Arbeiten werden voraussichtlich 385 Millionen Euro kosten.

Darüber hinaus hält Niedersachsens Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) die Elbvertiefung durchaus für sinnvoll. Kritik, wonach der Bau des Jade-Weser-Ports in Wilhelmshaven eine Vertiefung der Elbe überflüssig mache, kann er nicht nachvollziehen. „Der Jade-Weser-Port wird gebaut, damit gerade auch die Containerschiffe der neuesten Generation mit einem Tiefgang von 16 Metern anlegen können“, betonte Bode.

Auch nach einer Elbvertiefung könne der Hamburger Hafen solche Schiffe nicht voll beladen aufnehmen. „Insofern besteht auch keine Konkurrenzsituation zwischen den Häfen“. Vielmehr sei zu erwarten, dass der Containerverkehr mittelfristig stark zunehmen werde. Daher brauche Deutschland beide Häfen, um im Wettbewerb mit Rotterdam mithalten zu können. Die niedersächsischen Grünen hatten in dieser Woche kritisiert, der Ausbau der Elbe sei „infrastrukturell unsinnig“ und verschwende Steuergelder in Millionenhöhe.

Auch die Umweltverbände BUND und WWF sind gegen eine Vertiefung der Elbe. Sie verschlimmere das Fischsterben, verschlechtere die Sauerstoffverhältnisse, verstärke die Verlandung von Gewässerlebensraum und führe zu einer weiteren Kanalisierung des Flusses, erklärte WWF-Fachbereichsleiterin Heike Vesper. „Eine Vertiefung, die zu einer derartigen Verschlechterung der ökologischen Situation führt, verstößt gegen das Europäische Naturschutzrecht.“

dpa

16.07.2010
Klaus Wallbaum 15.07.2010