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Niedersachsen Elbe: Landkreis Lüneburg ruft Katastrophenfall aus
Nachrichten Niedersachsen Elbe: Landkreis Lüneburg ruft Katastrophenfall aus
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11:13 21.01.2011
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LÜNEBURG/LUDWIGSLUST/LAUENBURG. Das Hochwasser an der Elbe steigt bedrohlich. Am Samstag soll es in Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern seinen Höchststand erreichen. Bis sich die Lage danach entspannt, wird es nach Ansicht von Experten dauern. In Niedersachsen werde wohl fast das Ausmaß der Rekordflut von 2006 erreicht, teilte der Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) am Freitag mit.

An der Elbe in Mecklenburg-Vorpommern gilt seit Freitagvormittag die höchste Hochwasser-Warnstufe. Der Pegelstand hatte am Morgen die kritische Marke von 6,50 Meter überschritten, so dass Warnstufe 4 ausgelöst wurde, wie ein Sprecher des Landratsamtes in Ludwigslust mitteilte. Die Einsatzstäbe sind rund um die Uhr aktiv. Die höchsten Wasserstände an der Elbe in Mecklenburg-Vorpommern werden am Samstag mit 6,65 Meter am Pegel in Dömitz und am Sonntag mit 6,75 Meter am Pegel Boizenburg erwartet.

"Die Hochwasserwelle wird am Samstag Niedersachsen erreichen und sich dann allmählich über das Wochenende Richtung Nordsee bewegen", sagte NLWKN-Sprecherin Herma Heyken. Auch danach sei nicht sofort mit einer schnellen Verbesserung der Lage zu rechnen. "Es könnte Tage dauern, bis die Pegelstände sichtbar sinken", sagte die Sprecherin. Wegen der stetig steigenden Pegel der Elbe ist im Landkreis Lüneburg Katastrophenalarm ausgelöst worden.

Ein Katastrophenalarm kann bei drohenden schweren Schäden etwa durch Naturereignisse wie Hochwasser ausgelöst werden. Oft ist das vor allem ein bürokratischer Vorgang. Damit ist es unter anderem möglich, die Bundeswehr für den Einsatz im Inland anzufordern. Im Notfall haben die Behörden das Recht, Gebiete abzusperren und zu räumen, Einwohner als Helfer zu verpflichten, fremde Gebäude zu nutzen oder Autos in Anspruch zu nehmen. Noch am Donnerstag werde die Hochwasserwelle Schnackenburg erreichen, hieß es in einer Pressemitteilung des Landkreises Lüchow-Dannenberg. Für Freitag werde dann das höchste Hochwasser in Hitzacker und gegen Mittag in Neu Darchau erwartet.

In Schnackenburg sei mit einem Pegelstand von 7,10 Metern zu rechnen. In Hitzacker und möglicherweise auch in Neu Darchau dürfte der Pegel auf 7,30 Meter klettern, hieß es weiter. Dennoch gehen die Behörden in Lüchow-Dannenberg nicht davon aus, dass die Voraussetzungen für die Feststellung des Katastrophenfalles eintreten werden. Trotzdem seien alle vorbereitenden Maßnahmen getroffen worden, um im Ernstfall angemessen reagieren zu können.