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Niedersachsen Dreister Diebstahl in Hannovers Innenstadt
Nachrichten Niedersachsen Dreister Diebstahl in Hannovers Innenstadt
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08:27 01.09.2009
Von Vivien-Marie Drews
Der Tatort in der Fußgängerzone.
Der Tatort in der Fußgängerzone. Quelle: Schaarschmidt
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Wie die Polizei am Montag mitteilte, ereignete sich die Tat bereits in der Nacht zu Sonntag. Das Geschäft, dessen offizielle Adresse die Rathenaustraße ist, hat sich auf den An- und Verkauf von Gold spezialisiert. In der Tatnacht gingen die Täter Schritt für Schritt vor, um in den kleinen unscheinbaren Laden zu gelangen.

Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler drangen sie zunächst durch einen Seiteneingang in das Mövenpick-Restaurant Grünschnabel. Dort schlugen sie mit einem Vorschlaghammer die Wand ein. Dabei hatten die Täter leichtes Spiel. Es sich um eine sogenannte Leichtbauwand. Ob die Täter das bereits im Vorfeld erkundschaftet hatten, oder ob sie von diesem für sie glücklichen Umstand überrascht wurden, konnte die Polizei gestern nicht sagen. Durch ein etwa 60 mal 80 Zentimeter großes Loch stiegen die Einbrecher anschließend in das Juweliergeschäft. Dort räumten sie die Auslagen ab, fanden in zahlreichen Schubladen Gold und Schmuck im Wert von rund 100.000 Euro. Seitdem fehlt jede Spur von Tätern.

Der Hergang der Tat spricht dafür, dass die Einbrecher den Laden schon länger im Visier hatten. Nicht jedes Geschäft eignet sich für diese brachiale und vor allem lautstarke Art des Einbruchs. Vielerorts wäre die Gefahr zu groß, dass Anwohner auf die Tat aufmerksam werden. Inmitten der Innenstadt blieb die nächtliche Tat bis zum Morgen unentdeckt. Der Betreiber des betroffenen Geschäfts wollte sich gestern nicht zu dem Vorfall äußern. „Wir stehen ganz am Anfang der Ermittlungen“, sagte gestern Polizeisprecherin Edda Nöthel. Offen sei unter anderem, ob ein Einzeltäter oder eine Bande hinter dem Einbruch steckt. Auch, ob Zusammenhänge mit ähnlichen Fällen bestehen, konnten die Beamten nicht sagen.

In den vergangenen Monaten haben Einbrecher in Nordrhein-Westfalen mit einer ähnlichen Vorgehensweise für Aufsehen gesorgt. In Düsseldorf schlugen Unbekannte am 7. Juli ein Loch in eine Wand in einem Treppenhaus, um in das danebenliegende Juweliergeschäft zu gelangen. Sie erbeuteten Schmuck im Wert von rund 200.000 Euro. Bereits im April ereignete sich ein fast identischer Fall in Münster.

Die Polizei Hannover sucht nun dringend nach Zeugen, die in der Nacht zu Sonntag auffällige Beobachtungen gemacht haben. Hinweise nehmen die Beamten unter der Telefonnummer 05 11-1092820 entgegen.

31.08.2009
Klaus von der Brelie 31.08.2009