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Niedersachsen Dioxin-Eier: Quelle der Vergiftung noch unklar
Nachrichten Niedersachsen Dioxin-Eier: Quelle der Vergiftung noch unklar
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16:37 16.04.2012
Die Labormitarbeiterin Ulrike Behringer im Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) in Oldenburg nimmt ein Ei zwecks Analyse aus einer Verpackung. Hier im LAVES werden Eier von drei Hühnerhöfen im Kreis Aurich nach der Feststellung erhöhter Dioxinwerte untersucht.
Die Labormitarbeiterin Ulrike Behringer im Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) in Oldenburg nimmt ein Ei zwecks Analyse aus einer Verpackung. Hier im LAVES werden Eier von drei Hühnerhöfen im Kreis Aurich nach der Feststellung erhöhter Dioxinwerte untersucht. Quelle: dpa
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Hannover

Auf der Suche nach PCB-belasteten Eiern haben die Behörden in Niedersachsen bislang keine weiteren betroffenen Höfe gefunden. Die Ursache für die Überschreitung der Grenzwerte bei drei Hühnerhöfen im Kreis Aurich ist weiter unklar, sagte eine Sprecherin des Agrarministeriums in Hannover am Montag. Die Untersuchungen bei dem Biobetrieb und den beiden konventionell arbeitenden Höfen laufen auf Hochtouren, auch umliegende Betriebe werden überprüft. Mit Ergebnissen ist erst in einigen Tagen zu rechnen.

Im Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in Oldenburg wurde am Montag die Untersuchung von 220 Eiern von den betroffenen Höfen vorbereitet, sagte eine Sprecherin. Die aufwendigen Analysen sollten am Dienstag fortgesetzt werden. Außerdem waren Proben vom Einstreu und dem Boden genommen worden, auch andere Materialien wie die Stallisolierung werden kontrolliert.

Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung waren die Probleme auf dem Biohof dem Landkreis schon lange vor dem Landwirtschaftsministerium bekannt. Damals seien die Grenzwerte noch nicht überschritten gewesen, erklärte das Ministerium. Formal habe der Landkreis korrekt gehandelt. "Aber ich hätte gern von dem Fall gewusst", sagte Landwirtschaft-Staatssekretär Friedrich-Otto Ripke (CDU) der Zeitung.

100 000 Eier des Biobetriebes waren nach Behördenangaben an einen Großhändler nach Nordrhein-Westfalen geliefert worden. Aus den konventionell arbeitenden Betrieben sollen maximal 58 500 möglicherweise belastete Eier in einer Handelskette im Nordwesten Niedersachsens in den Verkauf gelangt sein. Nach der Warnung vor den PCB-belasteten Bio-Eiern aus Niedersachsen kontrolliert das Landesumweltamt in Nordrhein-Westfalen bei einem Sondereinsatz die Rückrufaktion des Zwischenhändlers. Es gehe auch darum, Vertriebswege zu überprüfen, sagte ein Sprecher des Düsseldorfer Umweltministeriums.

Ein Teil der Eier soll über den Zwischenhändler in NRW auch nach Baden-Württemberg gelangt sein. dpa