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Diese Dienstwagen sind bei Niedersachsens Ministern im Einsatz

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07:31 09.11.2020
Mehrere Dienstwagen der Marke Audi von Kabinettsmitgliedern der niedersächsischen Landesregierung stehen vor dem Gästehaus der Landesregierung im Zooviertel. Quelle: Hauke-Christian Dittrich/dpa
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Hannover

Die Elektromobilität gewinnt in Deutschland allmählich an Zuspruch - doch bei der niedersächsischen Landesregierung scheint der Trend noch nicht angekommen zu sein. Fast alle Kabinettsmitglieder sind weiterhin in schweren Dienstlimousinen mit Verbrennungsmotoren unterwegs. Einige fahren immerhin eine Hybridvariante, bei der ein elektrischer Teil des Antriebs den Verbrenner unterstützt.

Ausschließlich elektrisch fährt zumindest auf kürzeren Strecken bisher nur Umweltminister Olaf Lies (SPD). Dabei will Niedersachsen als Vorreiter beim Klimaschutz wahrgenommen werden, und die EU hat nochmals eine deutliche Verschärfung ihrer Klimaziele angekündigt.

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Laut einer Aufstellung zur Dienstwagen-Nutzung, die der Deutschen Presse-Agentur am Montag vorlag, finden sich vor allem Dieselautos im Regierungsfuhrpark, einige davon mit einem Mischantrieb aus Selbstzünder und E-Motor. Es handelt sich wie schon 2019 nahezu komplett um große A8-Limousinen der Volkswagen-Oberklassetochter Audi. Die Liste datiert vom Mai dieses Jahres und soll im Kern noch aktuell sein.

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Umweltminister Lies ist komplett auf E-Fahrzeuge umgestiegen

Die einzigen reinen Elektroautos werden bisher von Umweltminister Lies genutzt, neben einem E-Golf für kürzere Strecken neuerdings auch ein Audi e-tron. „Ganz neue Erfahrung“, schrieb Lies auf Facebook zu dem Wagen. „Ich fahre zwar in der Region Hannover schon viele Strecken mit dem E-Golf, aber jetzt bin ich komplett auf ein Elektroauto umgestiegen.“

Für weitere Wege nutzte er bislang einen Audi A6, der ihm auch immer noch zur Verfügung steht. Innenminister Boris Pistorius (SPD) fährt als einziges Regierungsmitglied einen Benziner. Für Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) wurde zudem ein Benzin-Hybrid neu bestellt.

Ministerpräsident Weil fährt Audi A8

Die Staatskanzlei hatte im vergangenen Jahr erklärt, der A8 von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) entspreche „dem Gebot der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit“. Der Einsatz eines vollelektrischen Autos komme erst in Betracht, wenn es die benötigte Reichweite biete und die Kosten dafür vertretbar seien.

Neben der vor allem bei kleineren E-Autos begrenzten Reichweite ist auch die recht lückenhafte Lade-Infrastruktur ein Nachteil des neuen Antriebs. Neben teuren Luxushybriden kommen nun jedoch verstärkt auch günstigere Varianten auf den Markt. Und in den Ausbau des Ladenetzes fließen in den kommenden Jahren Milliarden.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace kritisierte den Fuhrpark des Kabinetts und nahm gleichzeitig den VW-Konzern in die Verantwortung. „Diese Liste ist ein Menetekel rückständiger Modellpolitik des größten deutschen Autoherstellers. Selbst im Jahr 2020 kann Volkswagen den eigenen Aufsichtsräten aus der Landesregierung kein passendes E-Auto anbieten“, sagte Tobias Austrup von Greenpeace. Er forderte die Regierung auf, ihren Einfluss bei Volkswagen geltend zu machen, um den Umstieg auf Alternativen zu beschleunigen.

VW investiert 48 Milliarden Euro in E-Mobilität

Bei Volkswagen kommen seit diesem Jahr allerdings auch im Mittelklasse-Segment mehrere neue E-Modelle auf den Markt. Zuletzt startete das Unternehmen die Auslieferung des ID.3, um die Jahreswende soll der ID.4 dazu kommen. Insgesamt steckt der Konzern bis einschließlich 2024 rund 48 Milliarden Euro in den Ausbau der E-Mobilität, die chinesischen Gemeinschaftsunternehmen mitgerechnet.

Auch bei der internen Zulieferung wird viel investiert, etwa in den Bau eines eigenen Batteriezellwerks in Salzgitter. In Digital- und Software-Themen sowie in Techniken rund um das autonome Fahren fließen weitere 14 Milliarden Euro. Für Mitte November wird der aktualisierte Investitionsplan für die kommenden Jahre erwartet.

Greenpeace hatte schon im vergangenen Jahr betont, dass es abseits von VW auch größere Limousinen bereits als E-Autos gebe, etwa vom US-Autobauer Tesla. Das Land Niedersachsen ist allerdings zweitgrößter Anteilseigner des Volkswagen-Konzerns.

Von RND/dpa