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Niedersachsen „Die Hauptschule ist kein Abstellgleis“
Nachrichten Niedersachsen „Die Hauptschule ist kein Abstellgleis“
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20:49 05.08.2009
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Die Hauptschule wird immer unbeliebter. Während die Schülerzahlen an Gymnasien und Gesamtschulen gestiegen sind, gab es bei Hauptschulen ein Minus von 7,1 Prozent. Selbst wenn Kinder eine Hauptschulempfehlung haben, schicken Eltern sie lieber auf andere Schul­formen. Stirbt dieser Schultyp?
Diese Tendenz haben wir seit einigen Jahren mit starken regionalen Unterschieden. Natürlich betrachte ich das mit Sorge. Aber die Landesregierung hat sich klar zum gegliederten Schulsystem bekannt. Wir wollen die Haupt- und Realschulen weiterentwickeln, das haben wir mit unserer Schulgesetznovelle festgeschrieben. Erfolgsmodelle wie in Neustadt helfen, die Akzeptanz zu steigern.

Auch bei den Eltern?
Ja, ihnen kommt es darauf an, dass ihre Kinder einen vernünftigen Abschluss machen und dann einen Anschluss ans Berufsleben haben. Die Hauptschule ist kein Abstellgleis. Wir müssen weg von dem Image, dass es für Hauptschüler nicht weitergeht. Die Zukunft liegt in einer engeren Verzahnung mit der beruflichen Bildung.

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Wann wird Ihre Politik zur Rettung der Hauptschule Früchte tragen?
Alles, was man in der Bildungspolitik anstößt, braucht seine Zeit. Wir werden dafür werben, ich denke zwei, drei Jahre wird es schon dauern.

Und bis dahin werden auch die vielen einzügigen Hauptschulen überleben?
Ja, im Verbund mit Realschulen bieten sich ihnen gute Chancen.

In den letzten Monaten standen Sie in der Kritik, es gab Rücktrittsforderungen. Jetzt hingegen wirken Sie richtig aufgeräumt.
Ich habe mich gut erholt. Stimmt, es wurde viel geredet, aber an Spekulationen beteilige ich mich nicht. Ich mache lieber meine Arbeit, ich mache sie sehr gern, und ich weiß, wofür ich sie mache.

Interview: Saskia Döhner