Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen Hannover: Impfzentren legen erst in vier Wochen los
Nachrichten Niedersachsen

Corona in Niedersachsen: Krisenstab informiert im Livestream über die Lage

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:34 05.01.2021
Einsatzbereit: Impfzentrum auf dem Messegelände. Quelle: Dröse
Anzeige
Hannover

Eigentlich sollten die 50 Impfzentren in Niedersachsen spätestens Mitte des Monats bereit sein, Termine für impfwillige Menschen der ersten Priorität – also Personen der Risikogruppe über 80 Jahre – zu vergeben. Aber mit Blick auf die schleppenden Lieferungen müssen sich die Menschen gedulden, erst einmal werden die Bewohner und Pflegekräfte der Alten- und Pflegeeinrichtungen durchgeimpft. „Wir hoffen, bis Ende Januar damit durch zu sein“, sagte am Dienstag Claudia Schröder, Vizeleiterin des Krisenstabes der Landesregierung.

Der Start der Impfzentren in Niedersachsen wird also um mindestens vier Wochen verschoben, erst dann können die ersten Bürger über 80 Jahre sich Termine geben lassen. Doch auch dafür müsse es „stabile Lieferketten des Impfstoffes geben“, also rund 100.000 Dosen pro Woche müssten nach Niedersachsen geliefert werden. Sie geht davon aus, dass es neben dem Biontech-Pfizer-Impfstoff auch spätestens zu Mitte nächster Woche einen weiteren Impfstoff von Moderna geben wird.

Anzeige
Die wichtigsten Nachrichten aus Hannover als Newsletter

Welche Nachrichten interessieren Sie besonders? Erhalten Sie jeden Tag gegen 15 Uhr ihren personalisierten Newsletter mit den Top-Meldungen und Neuigkeiten aus Hannover.

Abonnieren
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Seit Montag geht das Impfen etwas schneller als bisher. „An dem Tag haben wir 3271 Menschen geimpft, diese Impffrequenz wollen wir die nächsten Tage durchhalten und sogar steigern.“ Für die nächsten Tage reicht der begehrte Stoff auch noch, am 8. Januar ist die nächste Lieferung von Biontech-Pfizer geplant. Wenn dies klappt und wenn bis spätestens Mitte der nächsten Woche auch der Impfstoff von Moderna zugelassen ist, könnte es Schlag auf Schlag gehen. Bereits jetzt könne aus manchen Glasröhrchen mit Impfstoff, deren Inhalt für fünf Dosen a 0,3 Milliliter reiche, auch schon mal sechs Dosen gewonnen werden. „Wenn man die sauber herausbekommt, kann man auch sechs Dosen verimpfen, aber das geht nicht immer“, erklärte Schröder die Sachzwänge.

Bis 15.000 Anrufe täglich

Viele Menschen aber warten bereits auf Termine und versuchen, über die Hotline des Landes Termine zu bekommen. „Pro Tag sind 13.000 bis 15.000 Anrufe zu bewältigen“, sagte Schröder. Das Personal sei bereits zwei Mal aufgestockt worden, sei jetzt bei 100 Personen, mit Beginn des Starts der Impfzentren würde die Hotline weiter aufgestockt.

Wenn endlich die Hausärzte impfen können

Schröder hofft auf Dauer auf weiteren Impfstoff, der normal – wie Grippeimpfstoff – verimpft werden kann, also nicht bei minus 70 Grad gekühlt werden muss. Dann könnte man nämlich auch die Hausärzte einspannen und „von zwei Seiten“, also Impfzentren und Hausärzten, impfen.

Sicherheit vor Schnelligkeit

Dass Niedersachsen beim Impfen bisher auf den letzten Rängen im Vergleich zu den Bundesländern liegt, sieht Schröder gelassen. „Wir haben erst einmal alle 50 Impfzentren ausgestattet, manche Bundesländer haben nur zwei, wir haben außerdem die zweite Dosis pro geimpften Menschen gesichert. Sicherheit vor Schnelligkeit war uns wichtig.“ Im Laufe des Monats würde sich das wieder ausgleichen – „wenn wir denn genug Impfstoff bekommen“.

Von Petra Rückerl