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Niedersachsen Bauer klagt in Straßburg gegen Schacht Konrad
Nachrichten Niedersachsen Bauer klagt in Straßburg gegen Schacht Konrad
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12:44 28.04.2010
Das Endlager im Schacht Konrad wurde 2007 nach 20 Jahren Streit offiziell genehmigt und soll 2014 fertig sein. Quelle: dpa (Archiv)
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Ein Landwirt aus der Nähe von Schacht Konrad in Salzgitter (Niedersachsen) will seinen Kampf gegen das dort geplante Atomendlager vor dem Europäischen Gerichtshof in Straßburg fortsetzen. Das kündigte der 47-Jährige in der „Braunschweiger Zeitung“ (Mittwoch) an. Walter Traube ist der letzte verbliebene Kläger gegen das geplante Endlager für schwach- und mittelradioaktiven Müll. Das Lager wurde 2007 nach 20 Jahren Streit offiziell genehmigt und soll 2014 fertig sein.

Der Landwirt, dessen Felder in der Nähe des Endlagers liegen, hat bislang alle Gerichtsverfahren verloren. Zuletzt wies das Bundesverfassungsgericht seine Beschwerde gegen Urteile des niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts und des Bundesverwaltungsgerichts ab. „Aber solange wir nicht alle rechtlichen Schritte ausgeschöpft haben, gebe ich nicht auf“, sagt der Landwirt der Zeitung.

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Der Landwirt begründet seine Klage damit, dass die Gerichte ihm das Recht abgesprochen hätten, für den Schutz seiner Kinder vor der radioaktiven Strahlung zu klagen. „Das ist für mich kein faires Verfahren.“ Nun wolle er in Straßburg sein Recht auf „Nachweltschutz“ einklagen. Finanzielle Unterstützung bei seinen Klagen erhält der Landwirt vom Rechtshilfefonds Schacht Konrad. Nach dessen Angaben kosteten die Prozesse bisher rund 250.000 Euro, das Straßburger Verfahren werde noch einmal bis zu 50.000 Euro kosten und etwa zweieinhalb Jahre dauern.

dpa/afp