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Niedersachsen 44 Kilometer Baustellen auf der A7 – Warum alle auf einmal?
Nachrichten Niedersachsen 44 Kilometer Baustellen auf der A7 – Warum alle auf einmal?
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08:28 20.06.2019
Autos und Lastwagen drängeln sich auf der Autobahn A7 durch eine Baustelle zwischen Göttingen und Hannover. Quelle: Swen Pförtner/dpa
Göttingen

Baustelle, Spur gesperrt, Stau: Für Tausende Autofahrer wird die wichtige Nord-Süd-Autobahn 7 durch Niedersachsen zu einer täglichen Geduldsprobe. Sowohl im nördlichen Abschnitt von Hannover Richtung Hamburg, als auch nach Süden Richtung Göttingen sowie in Kassel laufen umfangreiche Bauarbeiten. Über Dutzende Kilometer rollt die Kolonne nur in langsamer Fahrt. Immer wieder muss die A7 stellenweise nachts auch ganz gesperrt werden. Teils geht es um den sechsspurigen Ausbau, teils um die Sanierung des Jahrzehnte alten Fahrbahnbelags. Auch zwei Brücken südlich von Hildesheim werden erneuert. Weshalb muss das alles gleichzeitig passieren, fragen sich viele genervte Pendler.

Ein Sechstel der A7 in Niedersachsen ist Baustelle

Zusammengerechnet auf 44,3 Kilometern und damit etwa einem Sechstel des 270 Kilometer langen A7-Abschnitts durch Niedersachsen wird derzeit und oft auch noch für längere Zeit gebaut. Acht Baustellen gibt es und gut 725 Millionen Euro werden in die Arbeiten in Niedersachsen investiert, wie die Sprecherin der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Heike Haltermann, erklärt.

Der Kraftakt hat im Wesentlichen zwei Gründe. Durch den stark gestiegenen Lkw-Verkehr müssen etliche Abschnitte saniert und verstärkt werden. Auf anderen Teilstücken wird eine Spur dazu gebaut, so dass die A7 dann von Bordesholm in Schleswig-Holstein bis nach Bad Hersfeld in Osthessen praktisch durchgehend sechsspurig ist. Dass nun an so viel Stellen gleichzeitig die Bagger unterwegs sind, hängt mit einer zusätzlichen Geldspritze der Bundesregierung für die Infrastruktur zusammen, dem sogenannten Investitionshochlauf.

Große Baustellen sind effizienter

Zwischen Hannover-Nord und Schwarmstedt geht es um die Erneuerung des nach 30 Jahren an das Ende seiner Nutzungsdauer gekommenen Straßenbelags aus Beton. Eine große Erneuerung in einem Rutsch, so die Behörde, sei auf lange Sicht effizienter, als weiter kleinteilig Schäden zu beheben. In den kommenden 30 Jahren, so die Aussicht, bleibe der Abschnitt dann von Baustellen verschont.

Zwischen Walsrode und Bad Fallingbostel läuft die Erweiterung auf sechs Spuren, für den anschließenden Ausbau zwischen Bad Fallingbostel und Soltau sind die Planungen noch nicht abgeschlossen. Hier müssen Autofahrer sich in den kommenden Jahren auf weitere kilometerlange Baustellen einrichten. Zwischen Seesen und Nörten-Hardenberg wird der sechsspurige Ausbau derzeit durch das private Konsortium „Via Niedersachsen“ vorgenommen. Ziel des Ganzen: Lange Staus auf der Strecke in der Ferienzeit, wenn Urlauber Richtung Küste oder Alpen unterwegs sind, sollen nach Abschluss der Arbeiten der Vergangenheit angehören.

Die A7 besteht im Sommer 2019 auf ihrem niedersächsischen Abschnitt zu einem Sechstel aus Baustellen. Quelle: Peter Steffen/dpa

Lkw-Touren sind nicht mehr planbar

„Jede Baustelle ist ein Unfallherd mit der Gefahr von noch mehr Staus“, sagte der Geschäftsführer der Fachvereinigung Güterkraftverkehr und Entsorgung, Christian Richter. Logistikketten und Touren würden wegen so vieler Arbeiten auf einer Strecke unkalkulierbar. „Man kann Touren etwa zwischen Hannover und Kassel nicht mehr planen.“ Für die Lkw-Fahrer sei das Durchfahren der Baustellenabschnitte außerdem eine Herausforderung. „Die Baustellen im Bereich Hildesheim sind sehr eng“, meinte Richter. Zwischen Seesen und Northeim gebe es mehrfache Seitenwechsel und viele Pkw-Fahrer scherten sich nicht um Tempolimits, Überholverbote und die Aufforderung zum versetzten Fahren. „Das bedeutet zusätzlichen Stress für die Fahrer.“

ADAC verteidigt Baustellenplanung

„Die haben sich wirklich Gedanken gemacht, da steckt schon Planung dahinter“, verteidigt ADAC-Sprecherin Alexandra Kruse die vielen parallel laufenden Arbeiten sowie die Einrichtung der A7-Baustellen. Es handele sich um sehr langwierige Projekte, teils in Hanglage mit umständlichen Brückenelementen und einem schwierigen Zugang zu den Baustellen. „Man wählt längere Abschnitte, denn das Einrichten ist aufwendig.“ Zwar meckerten viele nun über die Baustellen. „Aber es muss halt irgendwann gemacht werden.“

Auch jenseits der Landesgrenze wird derzeit an der A7 gearbeitet. In Kassel wird die Autobahn achtspurig ausgebaut, die Arbeiten in Richtung Niedersachsen behindern aber auch den Verkehr nach Süden bis Jahresende. Vor allem Lkw stauen sich teils bis zur niedersächsischen Grenze bei Lutterberg. Auch auf Hamburger Stadtgebiet sind die Arbeiten an unterschiedlichen Teilstücken der A7 noch lange nicht abgeschlossen.

Von Michael Evers (dpa)

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