Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen Autobahn 2 soll sicherer werden
Nachrichten Niedersachsen Autobahn 2 soll sicherer werden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:26 27.05.2018
Tödlicher Unfall: Mehrere verunglückte Lastwagen stehen auf der Autobahn 2 bei Braunschweig. Bei der Karambolage von vier Lastwagen und zwei Personenwagen ist ein Lkw-Fahrer ums Leben gekommen. Die Landesregierung stellte Stunden nach dem Unfall ein Konzept vor, um solche Unfälle zu vermeiden. Quelle: Foto: dpa
Hannover

Sie ist der Schauplatz vieler tödlicher Unfälle, gilt als die gefährlichste Autobahn in ganz Deutschland. Allein 2018 kam es auf der Autobahn 2 schon zu fünf Verkehrsunfällen mit Toten. Im Vorjahr waren es elf, 2016 sogar 17. Für Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU) Zeit zu handeln. Er will die Autobahn sicherer machen.

Autobahnen die sichersten Straßen Deutschlands

Autobahnen sind mit etwa zehn Prozent der tödlichen Verkehrsunfälle statistisch nach wie vor die sichersten Straßen Deutschlands“, sagte Althusmann Donnerstagnachmittag. Doch jeder Tote sei einer zu viel. Und gerade auf der A 2 bedürfe es aufgrund der hohen Verkehrsdichte eines besonderen Konzepts. „Schon kleiner Verzögerungen führen zu langen Staus.“ Und genau die seien es, die zu Unfällen führen. Auffahrunfälle seien dabei das größte Risiko.

Verkehrsfluss reduziert Unfallrisiko

Justin Geistefeldt, vom Lehrstuhl für Verkehrswesen – Planung und Management der Ruhr Universität in Bochum, weiß: „Staus lassen sich nur verhindern, wenn man bei Baustellen die Fahrbahnen bestehen lässt und sie nicht sperrt.“ Geistefeldt hat für das Ministerium die Verkehrssituation auf der A 2 ausgewertet. Besonders am Beispiel der Bauarbeiten an der Anschlussstellen Hämelerwald und Lehrte sei aufgefallen, dass der Erhalt der Fahrspuren wichtig für den Verkehrsfluss sei. In den ersten neun Wochen wurde dort die Fahrbahnbreite verringert, die Fahrspuren blieben aber erhalten. In den darauffolgenden sieben Wochen änderte man die Verkehrsführung: Die Spuren wurden breiter, dafür verringerte man sie von drei auf zwei Spuren pro Fahrtrichtung. Mit eindeutigen Folgen: Das Unfallaufkommen in diesem Zeitraum verdoppelte sich nahezu. „Wenn man den Verkehrsfluss aufrecht erhalten kann, kann man das Unfallrisiko reduzieren“, resümierte Althusmann.

Auf Internetseite wird auf Baumaßnahmen hingewiesen

Die Erkenntnis spielte vor allem für Kirsten Hauck von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr für die Planung der Baustellen eine Rolle. „Wir haben verstärkt versucht, die bestehenden Fahrstreifen auch während der Baustellen zu erhalten“, sagte sie. Um die Baustellensituation zusätzlich zu optimieren, wolle man in Zukunft nur noch einen Generalunternehmer für die Arbeiten beauftragen. Der soll für eine beschleunigte Fertigstellung eine Zusatzvergütung erhalten, im Gegenzug drohen Vertragsstrafen, wenn die Bauarbeiten sich verzögern. Allein für 2018 sind auf der A 2 acht Baumaßnahmen geplant. Auf der neu geschaffenen Internetseite www.a2.niedersachsen.de will man rechtzeitig über die Baußmanahmen informieren. Die anderen Autobahnen in Niedersachsen will Althusmann nicht stiefväterlich behandeln. Auf der A 7 und der A 1 will man diese Pläne ebenfalls umsetzen.

Althusmann will europäische Regelung

Der Verkehrsminister will sich auch um eine europäische Regelung kümmern. Er betonte noch einmal, dass man sich weiterhin dafür einsetze, dass Notfallbremsassistenten in alle Lkw eingebaut werden. „Es ist inzwischen sogar möglich, dass sie auch stehende Fahrzeuge erkennen“, sagte Althusmann. Doch die EU sehe diese Technologien kritisch. Für den Minister Grund, weiter dran zu bleiben: „Da werden wir uns noch mit Europa anlegen.“ Die Sicherheit solle schließlich für alle verbessert werden.

Von Mandy Sarti

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Neuer Präsident für das Landeskriminalamt in Niedersachsen: Am Donnerstagmittag stellte Innenminister Boris Pistorius (SPD) den neuen LKA-Chef Friedo de Vries vor.

24.05.2018

Bei einem Unfall während einer Einsatzfahrt sind in Peine zwei Polizisten verletzt worden. Ein Autofahrer hatte dem Polizeiauto die Vorfahrt genommen und es gerammt.

24.05.2018

Tödlicher Leichtsinn: Ein 19 Jähriger ist am Sonnabendabend an einem Mast der Oberleitung der Bahnstrecke Hannover-Wolfsburg hochgeklettert. Er bekam einen Stromschlag ab und starb.

21.05.2018