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Niedersachsen Atomkraftwerk Unterweser ist abgeschaltet
Nachrichten Niedersachsen Atomkraftwerk Unterweser ist abgeschaltet
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16:36 18.03.2011
Das Kernkraftwerk Unterweser in Kleinensiel bei Esenshamm ist abgeschaltet.
Das Kernkraftwerk Unterweser in Kleinensiel bei Esenshamm ist abgeschaltet. Quelle: dpa
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Als vorletztes der vorübergehend abzuschaltenden Atomkraftwerke ist am Freitag der niedersächsische Meiler Unterweser vom Netz gegangen. Der Betreiber Eon folgte damit der Weisung des Landesumweltministeriums, das AKW in Stadland abzuschalten, wie das Unternehmen mitteilte. Der Betreiber wies in seiner Mitteilung darauf hin, dass Unterweser allen strengen Anforderungen des deutschen Atomrechts entspreche.

Vor dem Hintergrund der Atomkatastrophe in Japan hatte sich die Bundesregierung mit den Ländern darauf verständigt, die sieben ältesten deutschen Meiler und das AKW Krümmel vorübergehend für drei Monate abzuschalten. Alle Atomkraftwerke sollen zusätzlichen Sicherheitsprüfungen unterzogen werden.

Der Meiler wurde nach einer schriftlichen Weisung seit Donnerstag runtergefahren. Eon ist sich indes sicher, dass das 1978 in Betrieb genommene Kraftwerk Unterweser nach Ablauf der dreimonatigen Abschaltung wieder ans Netz genommen werden darf. „Die Anordnung sagt nur, dass ein Abstellen für drei Monate vorgesehen ist“, hatte der Chef von Eon-Kernkraft, Bernhard Fischer, am Donnerstag im Anschluss an ein Treffen mit Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) in Hannover gesagt.

Die Grünen im Landtag bekräftigten ihre Forderung nach einer dauerhaften Abschaltung des 33 Jahre alten Meilers. Die von der Landesregierung verkündete Unterbrechung reiche nicht aus. Ein kleineres Verkehrsflugzeug könnte eine Katastrophe auslösen und die Deiche würden keinen ausreichenden Schutz bieten. Zudem sei es in der Anlage in der Vergangenheit immer wieder zu Fehlern gekommen. „Dies sind alles Fakten, die einen Kernschmelzfall wahrscheinlicher machen.“

Das Landesgesundheitsamt veröffentlichte nach der Atomkatastrophe in Japan eine Broschüre mit Fragen und Antworten zum Gesundheitsschutz in Deutschland. In dem vierseitigen Dokument, welches auch im Internet abrufbar ist, können sich die Menschen umfassend über die Konsequenzen aus der Tragödie in Fukushima informieren.

Die Gesundheitsexperten reagieren damit auf die gestiegene Zahl von Anfragen, die seit Beginn der Reaktorunfälle aus der Bevölkerung eingegangen sind. Unter anderem erfahren die Leser, dass nicht mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die Menschen in Deutschland zu rechnen ist. Auch Fragen zum Umgang mit Lebensmitteln aus Japan werden beantwortet. Seit Donnerstag werden zudem Importwaren aus Japan auf eine mögliche Strahlenbelastungen getestet.

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.