Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen Asse diente als Endlager
Nachrichten Niedersachsen Asse diente als Endlager
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:34 19.06.2009
Von Michael B. Berger
Anzeige

„Aus Schreiben der AEG an den damaligen Betreiber der Asse, die Gesellschaft für Strahlenschutz (GFS), geht eindeutig vor, dass in die Asse atomarer Müll eingelagert worden ist – und zwischen 1967 und 1975 sogar ganz ohne Gebühren, weil es sich ja angeblich um ein Forschungsberkwerk handele“, sagte Gabriel am Freitagabend dieser Zeitung. Erst zwischen 1976 und 1978 seien für die Einlagerung schwachradioaktiven Mülls insgesamt 900 000 Mark (450 000 Euro) eingenommen worden, sagte Gabriel: „Dabei kostet die Sanierung jetzt mindestens zwei Milliarden Euro.“

Briefwechsel belegten, dass die AEG für seine Kunden schon 1969 die Bestätigung gefordert habe, dass die Asse als Endlager für schwachradioaktiven Atommüll genutzt werden kann. Die GSF habe erklärt, dass man pro Jahr 300 Fässer problemlos abnehmen könne. Die Kosten könnten zwar noch nicht verbindlich mitgeteilt werden. „Wir schätzen jedoch, dass die Kosten sich pro 200-Liter-Fass um DM 100 bewegen werden“, heißt es in dem Schriftwechsel, der in Durchschriften auch an das Bundesforschungsministerium gegangen sei und jetzt im Bundesumweltministerium geprüft wird.

Der Briefwechsel widerlege Behauptungen der Energiewirtschaft, die Asse sei eine rein staatliche Angelegenheit, wie es etwa der Präsident des Deutschen Atomforums, Walter Hohlefelder, gesagt hat. „Die Behauptung, die Asse sei ein reines Forschungsbergwerk gewesen, ist erstunken und erlogen.“ Zu den Absprachen zwischen AEG und GSF meinte Gabriel, da habe „eine dreiste Bande“ agiert. Er erwarte, dass die Bundeskanzlerin, die kommenden Mittwoch auf einem Kongress der Elektrizitätswirtschaft spreche, die Industrie in die Pflicht nehme.

Klaus Wallbaum 18.06.2009