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Niedersachsen Ämter haben wegen Fehler bei Steuerkarte viel zu tun
Nachrichten Niedersachsen Ämter haben wegen Fehler bei Steuerkarte viel zu tun
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14:44 05.11.2011
Die Umstellung auf die elektronische Lohnsteuerkarte bereitet Probleme. Quelle: dpa
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Hannover/Braunschweig/Göttingen/Bremen

Die Finanzämter in Niedersachsen und Bremen haben seit den Datenpannen mit der neuen elektronischen Lohnsteuerkarte viel zu tun. Bis zu 150 Anrufe mehr als üblich haben die Finanzämter im Nordwesten zu bewältigen, ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa. Bei der Digitalisierung der alten Lohnsteuerkarten aus Pappe haben sich oft Fehler wie eine falsche Steuerklasse eingeschlichen.

Niedersachsenweit meldeten sich mehr Menschen bei den Ämtern als sonst - meist persönlich oder telefonisch, erklärte Kai Bernhardt, Sprecher von der Oberfinanzdirektion in Hannover. Etwa zwei Prozent von über drei Millionen Mitteilungsschreiben zur neuen Steuerkarte seien fehlerhaft. Bernhardt appellierte an alle Betroffenen sich schriftlich an die Finanzämter zu wenden. „Die aufgetretenen Fehler werden sofort nach Bekanntwerden korrigiert.“ Extra eingesetztes Personal solle langen Wartezeiten entgegen wirken.

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Die häufigsten Fehler sind neben der Einsortierung in eine falsche Steuerklasse auch fehlende Freibeträge. Außerdem sind Bürger beispielsweise noch als verheiratet erfasst, die eigentlich schon geschieden sind.

In Bremen kommen die Finanzämter mit den Beschwerden kaum nach. „Aufgrund der hohen Anruferzahl waren und sind die Finanzämter überlastet und teilweise nicht erreichbar“, sagte Dagmar Bleiker, Sprecherin der Finanzsenatorin. 275 000 Arbeitnehmer wurden im Oktober über die Änderungen informiert.

Rund 50 Steuerzahler täglich meldeten sich beim Finanzamt Göttingen, um falsche Daten in ihrer elektronischen Steuerkarte zu monieren, sagte der zuständige Sachgebietsleiter Peter Bierwag. „Viele rufen an. Wir haben in dieser Angelegenheit aber auch regen Publikumsverkehr.“ Im Finanzamt Osnabrück-Stadt sieht es ähnlich aus: Hier melden sich nach Angaben eines Sprechers jeden Tag rund 120 Menschen per Telefon - rund 30 schriftliche Korrekturanträge gingen ein. In Göttingen wurde eigens eine Hotline geschaltet.

So komfortabel ist die Situation in Braunschweig nicht. Auch hier haben die Mitarbeiter im Finanzamt Wilhelmstraße seit der Panne viel zu tun. Rund 100 Besuche, 150 Anrufe und 50 Briefe mehr als üblich erreichten das Amt, sagte Sachgebietsleiter Guido Zöllner. „Wir haben gut zu tun.“ Extra Personal gebe es aber nicht, andere Arbeit bleibe teilweise liegen.

„Probleme gibt es vor allem mit einer falschen Steuerklasse oder einer falschen Religionszugehörigkeit“, erklärte Zöllner. Außerdem seien in einigen Fällen die Freibeträge für Schwerbehinderte nicht erfasst. Trotz dieser Fehler blieben die meisten Betroffenen ruhig. „Größtenteils haben die Leute Verständnis.“

dpa

Saskia Döhner 02.11.2011
Michael B. Berger 02.11.2011