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Niedersachsen 610.000 Puten ohne Not gekeult?
Nachrichten Niedersachsen 610.000 Puten ohne Not gekeult?
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15:40 08.04.2009
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Hannover. Das sagten unabhängig voneinander die Vogelgrippe-Experten Sievert Lorenzen von der Universität Kiel und Johan Mooij vom Wissenschaftsforum Aviäre Influenza am Mittwoch dem Hörfunksender NDR Info. Die Tiere seien kurz vor Weihnachten zu einem großen Teil schlachtreif gewesen und hätten laut der bundesweit geltenden Geflügelpestverordnung für den Verbraucher ohne Bedenken auf den Markt gebracht werden können.

Wissenschaftler und Tierärzte vermuten dem Bericht zufolge, dass hinter der Massenkeulung eine Marktbereinigung angesichts eines bestehenden Überangebots steckte, eine Art Konjunkturprogramm für die Putenwirtschaft. Die Ausfälle für die Putenproduzenten glich die Tierseuchenkasse Niedersachsen dem Bericht zufolge mit mehr als 14 Millionen Euro aus. Die Hälfte davon bezahlte das Land Niedersachsen aus Steuergeldern. Nach Angaben der Kasse war es das erste Mal, dass die Einrichtung für Verluste durch die Vogelgrippe aufkommen musste.

Sowohl der Staatssekretär im niedersächsischen Landwirtschaftsministerium, Friedrich-Otto Ripke, als auch der Präsident des Niedersächsischen Geflügelwirtschaftsverbands, Wilhelm Hoffrogge, wiesen gegenüber dem Sender die von den Wissenschaftlern und Experten geäußerten Vermutungen als „Blödsinn“ zurück. Bei der Entscheidung über die Keulung der Puten sei keine Zeit für die Frage gewesen, wie sich die Schritte auf dem Markt auswirkten, sagte Ripke.

07.04.2009