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Nachrichten Medien & TV Zwei künstlerische Spieleklassiker in HD
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16:03 06.10.2011
Die Kolosse in "Shadow of the Colossus" machen ihrem Namen alle Ehre. Quelle: Screenshot
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Wenn es einen Spiele-Kanon gäbe, würden die PlayStation-2-Spiele „Ico“ und „Shadow of the Colossus“ darin aufgenommen. Die Spiele aus den Jahren 2001 und 2005 stechen mehr als deutlich aus der Masse an Spielen hervor. Sie wurden auch abseits von Spielezeitschriften behandelt und werden immer wieder angeführt, wenn die Frage aufkommt, ob Videospiele Kunst sein können und wenn es um Spiele als Kulturgut geht.

Ico“ und „Shadow of the Colossus“, die gerade in einem Paket neu für die PlayStation 3 aufgelegt wurden, ähneln sich dabei nur in ihren Grundzügen. Beide Spiele transportieren durch sparsame Soundeffekte und zurückhaltende aber dennoch wundervolle Musik eine unerreichte Atmosphäre. Dazu tragen auch die Spielwelten bei, in denen es keine knalligen Effekte oder gar Explosionen gibt, sondern in grün, grau und braun gehaltene weite Ebenen („Shadow of the Colossus“) oder ein schlichtes, aber düsteres Schloss („Ico“).

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Ico“ beginnt damit, dass ein Junge, der wegen seiner Hörner als verflucht gilt, in einer verfallenen Burg eingesperrt wird. Bei seinem Versuch, aus den Mauern zu entkommen, befreit er ein Mädchen, das ebenfalls eingesperrt wurde. Fortan sind sie zusammen auf der Flucht. Der Junge muss dazu Rätsel lösen und Sprungeinlagen meistern, um den Ausweg zu finden. Wesentliches Merkmal von „Ico“ ist die Schultertaste „R1“ des PS3-Controllers. Wenn sie gedrückt wird, nimmt der Junge das Mädchen an die Hand und schützt sie so vor schwarzen Geistern, die es in den Abgrund ziehen wollen.

In “Shadow of the Colossus“ stehen dagegen Kämpfe im Vordergrund. Mit einem toten Mädchen auf dem Arm kommt ein Junge in einen Tempel und hört von den Göttern, dass er sie retten kann, indem er 16 Kolosse tötet. Nun macht er sich mit seinem Pferd auf den Weg, den ihm sein magisches Schwert weist. Die Kolosse zählten zu den größten Gegnern, die es in Videospielen gegeben hat: Schon der erste lässt mit seinen Schritten die Erde erbeben und würde wahrscheinlich die Sonne verdunkeln, wenn sie in der düsteren Welt schiene. Später muss sich der Junge auch gewaltigen Wasser- und Flugwesen stellen. Jeder der Kolosse hat an einer oder mehreren Stellen seines Körpers einen Schwachpunkt, den der Junge durch klettern erreichen und dann attackieren muss. Spätestens, wenn der erste majestätische Koloss nach dem letzten Stich in Zeitlupe zu melancholischer Musik zusammenbricht und auf dem Boden aufschlägt, fragt sich der Spieler, was er da gerade getan hat – schließlich greift ihn keiner der Kolosse an. Dieses reflexive Element findet sich in dem Ausmaß in keinem anderen Videospiel.

Sowohl „Ico“ als auch „Shadow of the Colossus“ sind wunderbare Spielerlebnisse, die den Spieler nicht durch Quests, dem Streben nach neuen Waffen oder sonstigen Schätzen ablenken. Auch wenn die Steuerung manchmal etwas hakelig, die Grafik trotz HD-Update nicht auf dem neuesten Stand ist und „Ico“ manchmal frustrierend wird, weil es nur wenige Speicherpunkte gibt – für jeden, der die beiden Spiele nicht kennt, ist die Collection ein Pflichtkauf.

Ico & Shadow of the Colossus“ gibt es für die PlayStation 3. Es ist ab zwölf Jahren freigegeben und kostet etwa 40 Euro.

jhf